Zum Hauptinhalt springen

Stahel wird von Huber abgelöst

Gemeindepräsident Manfred Stahel schaffte es nicht. Die Neftenbacher sprachen gestern dem 36-jährigen Martin Huber ihr Vertrauen aus, obwohl er sich nicht fürs Präsidium beworben hat.

Als Gemeinderat ist er am 30. März wiedergewählt worden – als Gemeindepräsident hatte Manfred Stahel das absolute Mehr im ersten Wahlgang nicht erreicht. Auch im gestrigen zweiten Wahlgang gelang es ihm nicht, genug Stimmen auf sich zu vereinen. Der 72-Jährige, der den Freien Wählern angehört, muss damit nach acht Jahren den Chefposten räumen. Stahel blieb mit 706 Stimmen ge­gen­über Martin Huber (Bild) mit 744 Stimmen das Nachsehen, obwohl Letzterer selbst nicht offiziell kandidierte. Insgesamt fast 500 Stimmen gingen für weitere Gemeinderäte ein. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 54 Prozent.

Ausschlaggebend für Stahels erneute Kandidatur im zweiten Wahlgang war, dass sich niemand anders aus dem Gemeinderat offiziell fürs Präsidium interessierte. Entsprechend zeigte er sich enttäuscht über das Ergebnis. «Zugleich bin ich aber auch erleichtert, weil viel Verantwortung von meinen Schultern fällt.» Er freue sich nun über mehr Freizeit. Stahel kann sich vorstellen, dass sein Alter ein Thema gewesen ist. «Das Stimmvolk hat entschieden. Jetzt sollen die Jungen ran.» Mit seinem Rollentausch vom Gemeindepräsidenten zum Gemeinderat hat Stahel kein Problem. «Man muss loslassen können.» Er will nun seinen jungen Nachfolger unterstützen.

Huber war Ende April durch ein anonymes Flugblatt, das an alle Haushaltungen verteilt worden war, ins Spiel gebracht worden. Eine nicht näher bezeichnete «Interessengemeinschaft neuer Gemeindepräsident» warb dar­auf für ihn als neuen Gemeindepräsidenten. Der 36-Jährige kann sich immer noch nicht erklären, von wem der Flyer stammt. Dass er nun tatsächlich gewählt worden ist, kommt für ihn «etwas überraschend». Allerdings liess sich dies bereits erahnen: Immerhin hatte er im ersten Wahlgang mit 1110 Stimmen als Gemeinderat das beste Resultat erzielt. Huber, der seit viereinhalb Jahren für die FDP im Gemeinderat sitzt, interpretiert das Ergebnis so, dass sich die Wählerinnen und Wähler einen frischen Wind wünschten.

Im Vorfeld hatte er angegeben, dass für ihn das Präsidium derzeit aus beruflichen Gründen nicht in Frage komme. «Jetzt muss ich zuerst einmal schauen, was auf mich zukommt, und mich dann eventuell neu organisieren.» Er glaubt nicht, dass er es als «Nesthäkchen» schwer haben wird. «Ich habe bisher keine negativen Erfahrungen gemacht.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch