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Stallluft schnuppern im Vorarlberg

«Du Mami, ich möchte reiten.» Diesen Satz haben wohl manche Eltern schon einmal von ihrer Tochter oder ihrem Sohn gehört. Reitferien auf einem Bauernhof oder in einem Kinderhotel bieten eine gute Gelegenheit, einmal etwas Stallluft zu schnuppern.

Als unsere ältere Tochter zum ersten Mal den Wunsch äusserte, zu reiten, war sie etwa fünf Jahre alt. Heute ist sie zwölf, doch die Begeisterung fürs Reiten ist geblieben. Und sie wirkte ansteckend: Inzwischen freut sich auch die jüngere Schwester jedes Mal darüber, wenn sie auf ein Pferd sitzen darf. Dabei scheuen die beiden keine Mühe. Stall ausmisten? Pferde striegeln? Hufe auskratzen? Kein Problem, auch wenn sie selber gar keine Reitstunden haben. In den Ferien auf dem Reiterhof sind sie jeweils fast jede freie Minute im Stall anzutreffen. Das ist auch während des Kurzaufenthalts im Kinderhotel im Vorarlberg nicht anders. Die beiden können hier zwar nicht im Stall helfen – wohlverstanden, sie würden es gerne. Dafür dürfen sie jeden Tag eine Reitstunde nehmen und danach mit den Eltern noch einen Ausflug machen.

Abenteuer mit Kutschenfahrt

Am liebsten würden die Mädchen allerdings den ganzen Tag über im Stall bleiben. Sehnsüchtig beobachten sie die fünf Kinder, die im Sporthotel Beck im Vorarlberg Reitabenteuerferien gebucht haben und die ganze Woche im Stall sind und bei der Pferdepflege helfen: Von zwei Reitlehrerinnen angeleitet, holen sie jeweils am Morgen die Pferde von der Weide und machen sie bereit zum Reiten. Täglich zwei Stunden Unterricht, eine Kutschenfahrt durch Brand und ein Ausritt in die Berge mit Übernachten im Heu gehören dazu. Dabei sind die Reitkinder, wie es sich für ein Kinder- und Familienhotel gehört, den ganzen Tag über betreut. Mittagessen und Zvieri – oder Jause, wie es in Österreich heisst – inklusive.

Wir sind jedoch keine Woche, sondern vier Tage im Hotel zu Gast. Unser Programm ist deshalb ein anderes. Nach dem reichen Frühstück machen sich die Mädchen bereit zur Reitstunde. Die Grössere darf ausreiten – und ist mächtig begeistert. Frei reiten entlang den Berghängen im Brandnertal ist ein ganz besonderes Erlebnis für sie. Die Jüngere reitet noch an der Longe und macht rasch Fortschritte, sodass sie am letzten Tag ohne Leine reiten darf. Die Zeit, in der die Mädchen Reitstunden haben, nutzen wir Eltern, um die Gegend zu erkunden. Der Weg entlang dem Alvierbach ist dazu gerade lang genug. Und weil wir unseren Kurzurlaub in einem Sporthotel verbringen, können wir am nächsten Tag mit Nordic-Walking-Stöcken etwas schneller ausziehen – man kann die Stöcke an der Rezeption jederzeit ausleihen.

Kinderklub für die Knirpse

Während wir also Fitnesstraining betreiben, nutzen andere Feriengäste die Zeit, in der die Kinder beschäftigt sind, dazu, sich im Bogenschiessen zu üben. Oder sie gehen golfen. Denn auch für Kinder, die nicht reiten wollen, ist das Angebot an Tagesprogrammen gross. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren können an einem Naturerlebniscamp teilnehmen. Start ist jeweils um 9 Uhr morgens, dar­auf gehts auf den Spuren der Steinzeit ins Freie, zum Fischen oder Klettern. Kleinere Kinder treffen sich im Kinderklub und verbringen erlebnisreiche Tage mit Kinderschminken, Bauernhofbesuch, Bogenschiessen und Pizzabacken. Wer will, kann seine Kinder den ganzen Tag über, das Abendessen eingeschlossen, im Kinderklub betreuen lassen. Die meisten Knirpse geniessen das abwechslungsreiche Angebot und fallen danach müde ins Bett.

Ausflug mit Wind

Unsere Kinder nehmen nicht an diesen Programmen teil. Wir machen deshalb nach den Reitstunden und einem kleinen Lunch einen Ausflug. Diesmal haben wir den Lünersee im Visier. Das Wetter ist etwas besser als in den letzten Tagen, aber immer noch durchzogen. Wir nehmen den Fleece und die Regenjacke mit. Die Fahrt zur Talstation der Lünerseebahn ist kurvenreich und eindrücklich. Steil steigen die Hänge neben der Strasse hoch. Genauso umwerfend ist dann das Panorama, das uns oben erwartet. Allerdings macht uns der kühle Wind einen Strich durch die Rechnung. Wir befinden uns auf 1979 Metern über Meer, das bekommen wir zu spüren. Trotz Fleece und Regenjacke werden wir nie richtig warm, sodass wir den Rundgang um den See verkürzen und die ganze Runde auf ein anderes Mal verschieben. Die Kinder sind nicht unglücklich. Obwohl sie durchaus gerne ab und zu wandern, kehren sie lieber zum Hotel zurück – und da natürlich zu den Pferden.

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