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Standing ovations und ein Sarg

Nach 14 Jahren als Captain der Senators reiste Daniel Alfredsson erstmals als Gegner nach Ottawa an. Ein Blick durch die Eishockey-Ligen von Kanada über Finnland, Russland bis in die Schweiz.

17 Saisons spielte Daniel Alfredsson Eishockey für die Ottawa Senators. Als «Captain Alfie» führte der Schwede das Team während 14 Jahren durch dick und dünn. Bis Ende letzter Saison Schluss war und er sich für einen letzten Winter Detroit anschloss. Als 41-Jähriger kehrte er mit den Red Wings in der Nacht auf gestern an seine alte Wirkungsstätte zurück. Die Werbekampagne eines lokalen Radiosenders zu diesem Anlass war pietätlos oder einfach nur «dumm». Vor dem Stadion wurde ein Sarg aufgestellt, um bildlich zu zeigen, dass der ehemalige Captain für die Senators «tot» sei. Die 20 000 in der Arena waren anderer Meinung. Sie begrüssten den Stürmer, der mit einer 67 Sekunden langen Videosequenz direkt vor dem ersten Bully geehrt wurde, mit Standing ovations und «Alfie»-Sprechchören. Als der Match dann lief, war es, wie es sein musste. Alfredssons Treffer ins leere Ottawa-Goal zum 4:2 wurde von einem «Buh» der Ottawa-Fans begleitet, ebenso wie sein Assist zur 1:0-Führung von Detroit.

Alfredsson wurde zusammen mit Martin Plüss in der Lockout-Saison 2004/05 mit Frölunda in seiner Heimatstadt Göteborg Meister. Sein Alter hindert ihn nicht an Produktivität: Mit 21 Punkten (7 Tore) aus 23 Partien ist er drittbester Skorer der Red Wings hinter Henrik Zetterberg und Pawel Datsjuk.

Sotschi ohne Kurmann/Reiber

Das ist eine böse Überraschung für die international so erfahrenen Schiedsrichter wie Danny Kurmann oder Brent Reiber: Sie stehen nicht im Aufgebot für die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Kurmann pfiff dreimal (2002, 2006, 2010), Reiber einmal (2010) an Olympischen Spielen. Reiber war an den WM 2011 und 2012 Final-Schiedsrichter, Kurmann 1999. Die IIHF unter dem Vorsitz des russischen Oberschiedsrichters Konstantin Komissarow bot für das Männerturnier 14 Head auf, 7 aus der NHL, 7 aus Europa (und da 2 aus Deutschland, das zum ersten Mal überhaupt an einem Männerturnier fehlt).

Immerhin schaffte es eine Schweizer Frau (erstmals) an die Winterspiele: Anna Eskola ist eine von nur sechs Spielleiterinnen im Frauenturnier.

Jortikkas Abschied

Ein weiterer KHL-Trainer ist nicht mehr im Amt. Gestern trennten sich der Liga-Neuling Admiral Wladiwostok und Hannu Jortikka «in gegenseitigem Einvernehmen». Eine Rückkehr Jortikkas nach Finnland ist eher unwahrscheinlich, auch wenn der ehemalige SCB-Coach einen operativen Eingriff bei seiner Frau als möglichen Grund zur Auflösung des Zweijahresvertrages nicht verneinte.

In der finnischen SM-Liiga hat Kärpät Oulu das Sagen. Die Mannschaft profitiert davon, dass mit Juhamatti Aaltonen ein kräftiger Flügel, den manche in der Schweiz gerne gehabt hätten, nicht nur bis Mitte November blieb. Nationalspieler Aaltonen liess seine Option, zu einem andern Klub zu wechseln, verstreichen, er hat bisher mehr als einen Skorerpunkt pro Match realisiert. Der beste Torschütze im Team aber ist nicht ein Stürmer, sondern ein Verteidiger: Lasse Kukkonen, 2011 im finnischen Weltmeisterteam, traf schon zehnmal. TPS aus Turku, wohin mit Brian Willsie ein «Not-Klotener» des letzten Frühjahrs nach einem Abstecher nach Zagreb zurückkehrte, steht am Tabellenende.

Zug hier, Fritsche dort

Nach den jüngsten Niederlagen ist im Umfeld der Kloten Flyers ein bisschen Unruhe aufgekommen. Mit einem Heimsieg heute über Zug können diese Wogen geglättet werden. Doch dazu benötigen die Flyers eine enorme Steigerung, was Zweikampfkraft und Entschlossenheit betrifft. Es fehlen weiterhin Simon Bodenman (der mit einer Gipsschiene hart an seiner Kondition arbeitet), Félicien Du Bois, Marcel Jenni und Lukas Frick.

Die ZSC Lions spielen heute in Genf und am Donnerstag im Hallenstadion gegen Servette. Wenn alles normal läuft, wird Dan Fritsche sein Debüt für die neue Mannschaft geben, zu der er letzte Woche aus Lugano gestossen ist. Die Lions können sich mit Erfolgserlebnissen wieder den zweiten Tabellenrang vom HC Ambri-Piotta zurückholen. (jch)

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