Zum Hauptinhalt springen

Starke Präsenz, magische Stimmung

Florence and the Machine spielten am Mittwoch in ­Winterthur ihr ­einziges ­Schweizer Konzert. Die Britin Florence Welch begeisterte in der ausverkauften Eishalle.

Eine feenhafte Erscheinung, die von luftigen Kleidern und verspielten Steckfrisuren unterstützt wird, und dazu eine Stimme, die eindringlich und kraftvoll unter die Haut geht – Florence Welch ist Sängerin, Stil-Ikone und Gesamtkunstwerk in einem. Seit vor zwei Jahren der Rummel um die zierliche Britin begann, gibt es an ihr kaum mehr ein Vorbeikommen. Musikpresse und Modeblogger lieben sie gleichermassen, ihre Hits werden im Radio auf und ab gespielt und ihre Konzerte sind lange im Voraus ausverkauft. Am Mittwoch hatte Winterthur Gelegenheit, das Phänomen «Florence» live zu erleben. In überfüllten Bussen war eine bunt gemischte Menge in Richtung Eishalle Deutweg geströmt. Mit Leinenbeuteln, Hornbrillen und Vintage-Kleidung brachte das junge Publikum einen Hauch Londoner Street-Chic nach Winterthur. Vom ersten Ton an vermochte Welch eine magische Atmosphäre aufzubauen, der man sich kaum entziehen konnte. Über einen dichten Klangteppich legte sich ihre Stimme, die mal fein und zerbrechlich, mal kräftig und voluminös für Gänsehaut sorgte. Sie sang mit einer Inbrunst und Präsenz, die einfach hinreissend war. Lautstark sangen die Fans die bekanntesten Hits mit, gebannt hörten sie bei den leisen Passagen zu. Authentische Ausstrahlung Die Musikerin inszenierte sich in einem Meer von Lichtstrahlen und vor viktorianisch anmutendem Bühnenbild. Trotzdem wirkte sie erfrischend authentisch. Ehrlich wirkte ihre Freude am Enthusiasmus der Fans, ernst gemeint ihre Dankesworte. Florence Welch ist eine Frau, die aus Gegensätzen besteht, die sie in ihrer Musik zur Symbiose bringt. Sie ist hart im Nehmen und gleichzeitig vor der Welt zu Tode erschrocken. Florence ist verträumt und zielbewusst. Florence ist verspielt und trotzdem mit beiden Füssen auf dem Boden geblieben. Ihre Musik versteht sie als Erfahrung, in die man eintauchen soll. So als ob man kopf­voran von einem hohen Baum springt. Oder durch ein Erdloch fällt und sich im Wunderland wiederfindet. Als Kind hat sie mit ihrem Vater in Südlondon zu alten Rolling-Stones-Platten gesungen. Seither hat Florence an ihrer eigenen Musik gearbeitet. Mäandrierend und experimentierend nähert sie sich ihrer ganz eigenen musikalischen Ausdrucksform. Indierock, der ankommt Vor drei Jahren veröffentlichte sie ihr Debütalbum «Lungs», mit welchem sie in Grossbritannien die Spitze der Charts erreichte. Musikalisch lässt sich das Album irgendwo im Indierock ansiedeln, mit Einflüssen von Nick Cave oder Tom Waits. Im Herbst 2011 folgte «Ceremonials», ein Werk, das bei den Kritikern sogar noch besser ankam, und auf dem sich das Potenzial der Musikerin noch abwechslungsreicher und eindrücklicher entfalten konnte. Der Zusatz «The Machine» steht für einen wesentlichen, aber variablen Bestandteil ihrer Musik. Die Band besteht manchmal aus nur zwei Musikern, umfasste bei ihrem Konzert in Winterthur aber acht Mitglieder, die Instrumente spielten wie Harfe und Flügel und die Background Vocals beisteuerten. Florence and the Machine spielten in Winterthur ein grossartiges Konzert und zeigten, dass sie mit ihrem individuellen Stil eine grosse Bereicherung für die heutige Musikwelt sind.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch