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Starker Franken und schlechtes Wetter machen Hoteliers zu schaffen

Frankenstärke und unbeständiges Wetter: Für die Tourismusbranche sind dies die Ursachen, wieso im Juli die Gäste fernblieben. Der Verband hotelleriesuisse erwartet keine rasche Besserung der Lage.

"Es ist davon auszugehen, dass die Talsohle noch nicht erreicht ist", sagt hotelleriesuisse-Sprecher Manuel Staub am Mittwoch. Im August dürfte sich die Lage leicht entspannt haben, das kurzfristige Buchungsverhalten lasse aber keine verlässliche Prognose zu.

Die Hotelbetreiber seien wegen des schlechten Sommergeschäfts gezwungen, die Kosten weiter zu senken. "So dürfte es zu weiteren Einsparungen beim Personal kommen", sagt Staub weiter. Die Qualität der Dienstleistungen müsse aber gehalten werden, denn die Ansprüche der Gäste blieben hoch.

In die selbe Kerbe schlägt auch Tourismus Schweiz: Wenn man einen Währungsnachteil habe, müsse man zwingend Top-Qualität liefern. "Die Hoteliers sind extrem gefordert", sagt Sprecherin Daniela Bär - die Branche gehe bei den Kostensenkungen "bis an die Schmerzgrenze".

Um aus der Krise zu finden, schlägt sie vor: "Der Schweizer Tourismus muss attraktive und innovative Angebote machen, die leicht kommunizierbar sind." Als gute Beispiele nennt sie gratis Skikurse für Kinder in Arosa GR oder den fixen Euro-Wechselkurs von 1.40 Franken in Grächen VS.

Der Tourismusverband erwartet - im Gegensatz zu hotelleriesuisse - einen deutlich besseren August, in dem die Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr gehalten wurden oder sogar leicht zunahmen. "Die Lage für den Schweizer Tourismus bleibt aber angespannt", so Bär.

Die Schweizer Hotellerie musste für Juli einen Rückgang der Übernachtungen von 7,2 Prozent hinnehmen. Insgesamt wurden 3,8 Millionen Logiernächte gezählt. Vor allem ausländische Gäste blieben der Schweiz fern.

Auf ihr Konto geht ein Rückgang von 8,8 Prozent. Bei den inländischen Gästen resultiert eine Abnahme von 5 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Mittwoch mitteilte.

Vor allem Gäste aus Deutschland fehlten. Noch im Vorjahr brachten sie dem Schweizer Tourismus 73'000 Übernachtungen mehr ein (-14 Prozent). Auch Touristen aus den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich übernachteten weniger in der Schweiz. Demgegenüber verzeichnet Russland ein Plus von 8000 Logiernächten (+20 Prozent).

Vom Rückgang sind alle Schweizer Tourismusregionen betroffen. Am deutlichsten zeigt er sich in absoluten Zahlen im Genferseegebiet, wo 54'000 Logiernächte (-17 Prozent) weniger verbucht wurden.

(sda)

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