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Steuererhöhung hinausgeschoben

Trotz sinkenden Erträgen sowie grossen Investitionsplänen will die Gemeinde den Steuerfuss nicht erhöhen. Der Gemeinderat präsentierte vorsorglich ein abgespecktes Budget.

«Schulreisen auf der Streichliste», «99 Prozent sind für eine Steuererhöhung»: Als Schreckensszenario projizierte Gemeindepräsident Martin Lüdin an der Gemeindeversammlung vom Montag Schlagzeilen aus Winterthur und Andelfingen an die Wand. Zwar forderten rückläufige Steuererträge die Gemeinde Zell auch finanziell heraus, sagte er. Der Gemeinderat habe jedoch in zwei Streichrunden bereits die Luft aus dem Budget 2014 gelassen, sodass man weder den Steuerfuss erhöhen noch Leistungen abbauen müsse. Gestrichen wurden zum Beispiel Anreize zum Ener­gie­­sparen, Beiträge an familien- und schulergänzende Kinderbetreuung sowie Jugendprojekte. Auf die Gemeinde kommen nämlich grosse Ausgaben zu: Im nächsten Jahr will sie 9 Millionen Franken investieren: Für die Schulraumplanung sind 4,6 Millionen veranschlagt, für die Vorbereitung des Mehrzweckhallenprojekts in Kollbrunn eine Million und für die Sanierung der Gemeindestrassen 1,1 Millionen. Bis 2017 sind weitere 18,9 Millionen in der Planung enthalten. Aufwand und Ertrag fallen 2014 kleiner aus als im letzten Voranschlag. Es resultiert dennoch ein Minus von 476 800 Franken. Dieses könne dem Eigenkapital entnommen werden, entschied eine grosse Mehrheit der 64 Stimmberechtigten. Sie genehmigten das Budget ebenfalls grossmehrheitlich, einstimmig beliessen sie den Steuerfuss auf 122 Prozent. Selbstfinanzierung Dass Zell über seine Mittel lebt, belegt der Selbstfinanzierungsgrad. Er zeigt, wie weit eine Gemeinde ihre Investitionen selbst decken kann. Ein Wert zwischen 70 und 80 Prozent gilt als akzeptabel. Zell weist 2014 mit knapp 20 Prozent einen miserablen Wert auf. «Eine Steuererhöhung ist deshalb ab 2015 durchaus denkbar,» so Lüdin. Ein Votant warf ein, bevor man über Steuererhöhungen spreche, solle man das Augenmerk auf die soziale Wohlfahrt richten, welche jeweils 25 bis 30 Prozent des Aufwands ausmache. Vielleicht müsse man einen Sozialdetektiv anstellen. Sozialvorsteher Ruedi Knecht versicherte, sie ar­bei­te­ten bereits professionell. Zell habe für seine Grösse relativ viele, nämlich 170 Sozialfälle und 100 vormundschaftliche Massnahmen. «Das liegt an den vielen Wohnblöcken mit günstigen Wohnungen, die wir in Zell haben.» (sa)

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