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«Stimmabstinenz wäre schlecht»

Gestaltungsplan Werk 1Abstimmung vom 8. März

Am 8. März nehmen wir Stellung zum Gestaltungsplan Werk 1. Jede stimmberechtigte Person soll sich Zeit nehmen für das Studium der Unterlagen.

Sowohl unsere Regierung, der Stadtrat, wie auch das Parlament, der Grosse Gemeinderat, beantragen Zustimmung. Privatpersonen haben sich zu einer Referendumsgruppe formiert. Sie zeigen auf, dass die Stadt trotz ihrer sehr schlechten Finanzlage dar­auf verzichten will, auf den Mehrwert des immensen Grundstücks ein paar Millionen Schweizer Franken für sich respektive uns Steuerzahler abzuschöpfen. Auf die bautechnischen Hinweise dieser Gruppe will ich nicht eingehen. Sie sind aber ernst zu nehmen.

Ich habe den Eindruck, dass dieses Projekt in seiner Grösse und Komplexität viele Entscheidungsträger überfordert hat. Stimmen wir doch einfach Ja, damit es vorwärtsgeht, denn zu viele Pendenzen machen krank. Aber so einfach ist die Sache nicht. Mir bleibt die Hoffnung, dass die jüngere Generation, die noch 20 bis 50 Jahre vor sich hat und Verantwortung übernehmen wird, diesen vorliegenden Plan für Werk 1 beurteilt und dar­über abstimmen wird. Stimmabstinenz wäre schlecht.

1837 gründeten die Gebrüder Sulzer ausserhalb der Stadtgrenze eine Giesserei und legten damit den Grundstein für ein Imperium. Die Geschichte unserer Stadt war ab diesem Moment eng verwoben mit der Geschichte der Firma Sulzer. So wurde Winterthur im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer namhaften Industrie- und Arbeiterstadt. Mit dem Wegzug grosser Teile von Sulzer in den 1980er-Jahren musste sich darum auch die Stadt Winterthur neu definieren. Und das ist ihr gelungen! Heute leben wir in einer lebendigen, attraktiven Arbeits-, Wohn-, Bildungs- und Kulturstadt. Und genau diese Entwicklung hat auch das Sulzer-Areal ­erlebt. War das Areal zu Sulzer-Zeiten für Nicht-Sulzerianer nicht zugänglich, so hat es sich in den letzten 25 Jahren Schritt für Schritt in ein lebendiges, urbanes, vielseitiges Quartier verwandelt.

Mit dem Gestaltungsplan für das Werk 1 liegt nun das letzte Puzzlestück für diese Entwicklung bereit. Auf dem Areal soll eine bunte Mischung von Wohnen, Studieren und Arbeiten ermöglicht werden. Dank einer hohen Baudichte in den einzelnen Baufeldern von Werk 1 wird es möglich, viel Raum dazwischen frei zu lassen. Genau diese Freiräume sind für die Weiterentwicklung von Winterthur als Gartenstadt enorm wichtig. Die öffentlichen Plätze werden Begegnungsorte, die das Areal beleben und attraktiv machen.

Also: Nicht die Höhe von Hochhäusern ist entscheidend dafür, wie sich das Sulzer-Areal in Zukunft gestalten wird, sondern der ausgeklügelte Gestaltungsplan, der die unterschiedlichsten Bedürfnisse berücksichtigt und somit für das Werk 1 und für Winterthur genau das Richtige ist!

Christa Benz-Meier, Gemeinderätin SP, Winterthur, Mitglied der Bau- und Betriebskommission

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