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Stimmen in der Nacht

Monster oder Angsthase? Das Künstlerduo Les Voisins zeigt im Theater im Waaghaus die Geschichte eines mutigen Mädchens und eines anhänglichen Kuscheltiers.

«Buh!», ruft man, wenn man jemanden erschrecken – oder ihm Angst machen will. Und «Buh!» ist auch der Name des Stücks, das im Theater im Waaghaus aufgeführt wird. Das Besondere daran: Es wird sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch gespielt.

Die beiden deutschen Theaterkünstler leben nämlich in Frankreich, wo auch die Idee für die Geschichte dieser Produktion entstanden ist. «Vor etwa einem Jahr entschieden wir, dass sich das Stück um Angst drehen soll», sagt Paul Olbrich. Der nächste Einfall: Das ganze Theater soll sich hinter einer Tür abspielen, und immer, wenn diese geöffnet wird, soll dahinter ein neuer Raum zu sehen sein.

Das mutigste Mädchen der Welt

Schauen wir einmal hinein. Vor einer grün bemalten Holztür haben sich am Mittwochnachmittag im Waaghaus rund zwanzig Zuschauer eingefunden. Gespannt warten sie dar­auf, zu erfahren, was sich hinter der ominösen Tür verbirgt. Punkt 14.30 Uhr ist es so weit: Das Licht im Saal wird gedimmt, die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet und lustige Musik erklingt. Olbrich und seine Bühnenpartnerin Eva Noell erscheinen und hüpfen um die Tür herum. «Ich erzähle euch jetzt eine Geschichte», sagt Noell.

Die Hauptrollen spielen ein Plüschtierhase und ein kleines Mädchen namens Marie. Marie hat den Hasen von ihrer Oma geschenkt bekommen, sie sagte: «Für das mutigste Mädchen der Welt.» Mutig ist Marie ohne Zweifel. Ihr Hase hingegen ist ein richtiger Angsthase. Wenn die beiden abends zusammen im Bett liegen, dann kann sie nicht einschlafen, weil der Hase sich so fürchtet. Er sagt: «Hörst du dieses Geräusch nicht, Marie? Wir haben ein Monster unter dem Bett.» Und tatsächlich: Es versteckt sich ein kleines rotes Ungeheuer mit riesigen Augen unter dem Bett. Iris heisst es und zittert am ganzen Körper. Iris fürchtet sich nämlich ganz furchtbar vor einem Monster im Keller. Dieses hat panische Angst vor dem Ungeheuer im Garten. So entsteht eine Kettenreaktion. Die Angst ist aber unbegründet, wie sich zum Schluss herausstellen sollte.

Immer wenn ein neues Monster vorgestellt wird, geht die Tür zu, es folgt ein raffinierter Kulissenwechsel und die Tür geht wieder auf. Alle Räumlichkeiten werden mit unterschiedlichen Materialien dargestellt. Das Kinderzimmer und der Garten beispielsweise sind aus bunten, fantasievoll bestickten Leintüchern gemacht.

Ebenso werden die Figuren vielfältig inszeniert, einmal als Stoffpuppen, dann in Form eines Schattentheaters und schliesslich als Stabpuppen. Zudem setzen die Schauspieler beeindruckend viele verschiedene Stimmen ein. Paul Olbrich und Eva Noell spielen die drei Figuren mit speziellen, unverkennbaren Stimmen.

Ängstliche Monster

Die Verwendung unterschiedlichster Stimmen und Materialien vermag alle zu verzaubern. Wie gebannt schauen die Kinder während der Vorstellung auf die Bühne. Die ängstlichen Monster und deren lustiges Aussehen sorgen für viel Gelächter. Die unheimliche Musik, welche einige Szenen begleitet, verängstigt die Kinder allerdings. Viele halten sich zwischendurch die Augen zu und klammern sich an die Hand der Mutter. Nicht ganz altersgerecht – Kinder sind schon ab vier Jahren für diese Produktion zugelassen.

Das ganze Theater ist übrigens eine Eigenproduktion: Das Künstlerduo hat für «Buh!» sowohl die Puppen gebastelt als auch die Geschichte selbst erfunden. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies am Samstag oder am Sonntag noch tun. Am Sonntag findet die Aufführung auf Französisch statt.

www.theaterimwaaghaus.ch

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