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«Strategie ist langfristig angelegt»

Analysten mögen vom Jahresergebnis der Swatch Group enttäuscht sein, ein genauerer Blick aber zeigt: Es wurde stark in künftiges Wachstum investiert.

«Ertragserwartungen verfehlt», «Gewinneinbruch»: So und ähnlich lauteten gestern manche Schlagzeilen zu ersten Artikeln über die Zahlen der Swatch Group, vornehmlich in Finanz- und Wirtschaftspublikationen. Der Betriebsgewinn sank um 24,3 Prozent, der Konzerngewinn um 26,6 Prozent. Auch margenseitig deuten die Zeiger nach unten: In Prozent des Nettoumsatzes machte der Betriebsgewinn im letzten Jahr noch 20,1 Prozent aus, während es 2013 noch 27,4 Prozent waren. Kurz: «Die Swatch Group hat die Erwartungen der Analysten vor allem mit den Gewinnzahlen verfehlt», vermeldete die Finanznachrichtenagentur AWP gestern Morgen. Der Kurs der Aktie tauchte vorerst deutlich: Er gab anfänglich um mehr als 7 Prozent nach, erholte sich dann wieder und schloss schliesslich höher als am Vortag. Dabei konnte der Uhrenkonzern punkto Umsatz ein neues Rekordergebnis verkünden. Mit einem Bruttoumsatz von 9,219 Milliarden Franken wurde erstmals die 9-Milliarden-Grenze überschritten.

Hayek zeigt sich unbeirrt

Was Swatch-Group-CEO Nick Hayek von derartigen Reaktionen hält, ist hinlänglich bekannt. «Würden wir den Rat der Börse befolgen, würden wir keine Fabriken betreiben. Die kosten nur Geld», sagte er kürzlich in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Ein genauerer Blick auf die Zahlen und die Erläuterungen dazu zeigt denn auch ein anderes Bild des Unternehmens, als wenn der Fokus einseitig auf den Gewinneinbruch gelegt wird. Ohnehin war der höhere letztjährige Gewinn durch den Sondereffekt der Tiffany-Schadenersatzzahlung in Höhe von über 400 Millionen Franken mitgeprägt. Für die Beurteilung gewichtiger sind aber die Investitionen, die letztes Jahr um 70 Prozent höher ausgefallen sind als 2013 und insgesamt 1,203 Milliarden Franken betragen haben. Ein guter Teil davon entfällt auf den Peterhof an bester Lage in Zürich. Dieses Prestigegebäude hat die Swatch Group gegen Ende Jahr erworben. «Bewusste Mehrinvestitionen» gingen aber auch ins Marketing, und zwar gezielt in die Wachstumsmärkte USA, Japan und Festland-China. Diese hatten einen Effekt von über 3 Prozentpunkten auf die operative Marge, aber auch einen Gewinn an Marktanteilen zur Folge. Die Umsatzzunahme (brutto 5,6, netto 3,9 Prozent) im Kerngeschäft Uhren und Schmuck lag denn beispielsweise auch über jener des französischen Konkurrenten LVMH, und ebenso das Exportwachstum der gesamten schweizerischen Uhrenindustrie lag mit 1,7 Prozent letztes Jahr tiefer. «Unsere Strategie ist langfristig angelegt. Wichtig ist, dass wir die Marktanteile halten, besser ausbauen können. Dafür investieren wir», sagte Nick Hayek gestern zu «Finanz und Wirtschaft».

Smartwatch kommt

Diese Politik dürfte auch im laufenden Jahr nicht anders aussehen. Die Kasse der Swatch Group ist gut gefüllt: Das Eigenkapital beträgt 10,7 Milliarden Franken, die Eigenkapitalquote ist noch einmal gestiegen, auf 83,7 Prozent. Der Konzern will auch 2015 wachsen. Nach einem starken Dezember habe das Jahr gut begonnen, teilt die Swatch Group mit – in Lokalwährungen. Der Effekt des überbewerteten Frankens werde durch verschiedene Faktoren abgefedert. Auch produktseitig scheint die Swatch Group gut aufgestellt: Letztes Jahr hat sie so viele Patente wie noch nie angemeldet. Wie Nick Hayek gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bestätigte, wird auch bald eine Smartwatch auf den Markt kommen.

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