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Strauhof: Stadtrat geht über die Bücher

Die Stadt Zürich reagiert auf die Kritik an ihren Plänen zur Literaturförderung. Das Projekt Archiv-Zentrum an der Bärengasse ist vom Tisch.

Im November ging die städtische Kulturabteilung mit dem Plan an die Öffentlichkeit, den Strauhof 2015 zu schliessen und in ein literarisches Labor für Jugendliche umzuwandeln. Zudem sollte das Literaturmuseum an die Bärengasse verlegt werden. Diese Pläne lösten eine grosse Kontroverse aus. Über 2000 Personen wehrten sich mit einer Petition gegen die Schliessung des Strauhofes. Das «Strauhof-Komitee» forderte, das im Strauhof geplante Projekt Junges Literaturlabor JULL in die Bärengasse zu verlegen und im Strauhof alles beim Alten zu belassen.

Übereinkunft scheiterte

Jetzt hat die Stadt auf die Kritik reagiert. Sie geht über die Bücher, wie sie gestern mitteilte. Das Archiv-Zentrum in der Bärengasse mit dem Thomas-Mann-Archiv und dem Max-Frisch-Archiv der ETH Zürich sowie dem James-Joyce-Archiv werde nicht realisiert, teilt sie mit. Trotz Absichtsbekundungen der ETH und der Stadt sei keine Übereinkunft zustande gekommen. Die angestrebte Zusammenführung der bedeutenden Zürcher Literaturarchive werde nun von der ETH selbst weiterverfolgt.

Ziel der Stadt bleibe die Realisierung von JULL. Auch halte man daran fest, dass in Zürich inskünftig Literaturausstellungen stattfinden sollen. Nach den vielen Einwänden will die Stadt jedoch zunächst eine «ergebnisoffene Auslegeordnung» für ihre Vorhaben in der Literaturförderung vornehmen. Zur Ausrichtung der künftigen Literaturförderung sollen sich Dritte in einer nicht-städtischen Trägerschaft zusammenfinden. Dieser werde von der städtischen Kulturförderung unterstützt, schreibt die Stadt. Der Ideenwettbewerb für Literaturausstellungen in der Bärengasse werde erst wieder aufgenommen, wenn die Prüfung erfolgt sei.

Kritiker freuen sich

Das Strauhof-Komitee reagierte «hoch erfreut» auf den jüngsten Entscheid. «Wir sehen die Türen für den Verbleib der James-Joyce-Stiftung und des Literaturmuseums im Strauhof weit offen», heisst es in einer Stellungnahme. (sda)

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