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Streit mit Italien

Ein Grenzübertritt von italienischen Polizisten sorgt zwischen den Behörden beider Länder für eine Verstimmung. Die Italiener fühlen sich gedemütigt, für die Schweizer ist der Fall dagegen abgeschlossen.

Der Vorfall ereignete sich bereits in der vergangenen Woche, als eine italienische Polizeistreife in der Nähe von Varese (I) durch einen Autofahrer gerammt wurde. Die Polizisten verfolgten den Flüchtenden anschliessend auf der A2 bis auf Schweizer Territorium. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa haben die beiden Polizisten die Schweizer Behörden darüber informiert, dass sie die Grenze passieren.

Alkoholtest und Befragung

In der Nähe von Coldrerio TI, unweit der italienischen Grenze, soll die Tessiner Kantonspolizei sowohl den Flüchtenden als auch die beiden Polizisten angehalten haben. Diese mussten sich gemäss einer Meldung der Ansa auf der Polizeistation in der Ortschaft Noranco TI einem Alkoholtest sowie einer längeren Befragung unterziehen – zudem mussten sie ihre Dienstwaffen abgeben. Der Sprecher der Tessiner Kantonspolizei, Renato Pizolli, wollte diese Informationen gegenüber der Nachrichtenagentur SDA weder bestätigen noch dementieren. Der Fall werde bei einem Debriefing zwischen der Tessiner und der italienischen Polizei an der Grenz- und Zollstation Chiasso TI diskutiert werden, sagte Pizolli. «Momentan liegen uns keine Beweise vor, die eine Strafuntersuchung gegen die italienischen Beamten rechtfertigen würden. Deshalb ist der Fall für uns abgeschlossen», sagte der Polizeisprecher.

Kollegen «gedemütigt»

Gianni Tonelli, Generalsekretär der italienischen Polizeigewerkschaft SAP, hatte sich laut Ansa bereits unmittelbar nach dem Vorfall mit einem Brief an das italienische Innenministerium gewandt, da er seine Kollegen «gedemütigt» sehe. Eine Einstellung der Untersuchungen auf Schweizer Seite könne er nicht akzeptieren. Die Polizeidirektion von Como, der die beiden italienischen Polizisten unterstellt sind, sagte auf Anfrage, dass sich ihre Mitarbeiter beim Einsatz im Rahmen der geltenden Schengen-Regeln bewegt hätten.

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