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Strengere Vorschriften, aber kein Verbot

Die Volksin­itia­ti­ve des Blauen Kreuzes für ein striktes Verbot von Alkoholwerbung im Sport ist deutlich gescheitert. Sie hat Wirkung im Vorfeld entfaltet.

Die Volksin­itia­ti­ve «Keine Alkoholwerbung auf Sportplätzen» wollte auch Werbung verbieten, die nur aus der Nähe wahrnehmbar ist, etwa auf einem Trinkbecher. Aber auch auf Sonnenschirmen oder Kühlschränken hätte kein Bierlogo mehr auftauchen dürfen, ebenso wenig auf Spielertenüs. Den Stimmbürgern des Kantons Zürich ging das zu weit. Mit einem Anteil von 62 Prozent sagten sie klar Nein. Auf dem Land fiel die Ablehnung leicht höher aus. Gutgeheissen wurde die In­itia­ti­ve in keinem einzigen Abstimmungskreis. Nachdem einzig die EDU die Ja-Parole gefasst hat, muss das nicht erstaunen. Indes waren die Parteien unter Druck, da sich die Sportverbände dezidiert für ein Nein einsetzten. So warnte der Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS), dass viele freiwillig organisierte Sportveranstaltungen gefährdet würden; und der Wegfall der Sponsoren könne zu höheren Mitgliederbeiträgen für die Vereinssportler führen. Die Initianten setzten darauf, dass das Volk freier entscheiden kann als die Politik, und hofften daher auf einen Überraschungserfolg. Gestern nun sagte Stephan Kunz, Geschäftsführer des Blauen Kreuzes Kanton Zürich: «Der ZKS hat die In­itia­ti­ve zu einem Votum für oder gegen den Sport umgebogen. Dagegen sind wir nicht angekommen.» Ein Ja, so Kunz, hätte die Gegenseite insofern Lügen gestraft, als sicher auch künftig kein Getränkehersteller den Kühlschrank nicht mit auf den Platz gebracht und das Bier warm ausgeschenkt hätte. Er bedauere, dass dieser Nachweis nun ausbleiben müsse. Nachgereichte Richtlinie Wirkungslos war die In­itia­ti­ve dennoch nicht. Das Zürcher Gesundheitsgesetz enthält seit 2007 verschärfte Bestimmungen zur Alkoholwerbung im öffentlichen Raum. Demnach darf Werbung für Suchtmittel «nicht weiträumig wahrnehmbar sein». Im Sport wurde das lange nicht konkretisiert, weshalb etwa noch diese Saison ein grosses Bierlogo im Eishockeyfeld in Kloten angebracht war. Erst auf Druck der In­itia­ti­ve hat die Gesundheitsdirektion Richtlinien erarbeitet und Anfang Jahr in Kraft gesetzt, teils mit Übergangsfrist. So ist nun klar verboten, was weiter als auf zehn Metern sicht- oder hörbar ist. Das ist der Fall bei Plakaten, Eisfeldlogos und Bandenwerbung. Werbung auf der Spielerkleidung darf höchstens noch einen Radius von 10 Zentimetern haben. Erlaubt bleibt Werbung auf Sonnenschirmen, Bechern, Flyern etc. «Das ist transparent und klar», sagt Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger und freut sich über das Abstimmungsresultat. Die Umsetzung der Richtlinie erfolge im Einvernehmen mit den Vereinen und Brauereien, betont er. Über die Einhaltung der Richtlinie wachen die kantonalen Lebensmittelinspektoren. Die eine oder andere alte Bande mit Alkoholwerbung sei nun noch entfernt worden, sagt Heiniger. Er setzt aufs Gespräch. Verzeigungen gab es bisher keine. Erlaubt bleibt Werbung jeder Grösse für alkoholfreies Bier, soweit vom Gesamteindruck her klar ist, dass für dieses Produkt und nicht die Marke geworben wird. Für gebrannte Wasser gilt schon länger ein schweizweites Werbeverbot.

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