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Stürze und ein Aussenseitersieg

Nicht Mark Cavendish oder Peter Sagan, sondern der ­ bis dato eher unbekannte Italiener Sacha Modolo jubelte nach der Sprintankunft in der fünften Etappe der Tour de Suisse ­ in Büren an der Aare. Tony Martin blieb Gesamtleader.

Die letzten paar 100 m in Büren hatten es in sich. 300 m vor der Ziellinie erfolgte eine scharfe Rechtskurve mit anschliessender kleiner Steigung. In dieser Kurve kamen sich der Aus­tra­lier Mat­thew Goss und der Holländer Danny van Poppel in die Quere und stürzten, wobei auch der Brite Mark Cavendish, der tags zuvor den Sprint in Ossingen gewonnen hatte, zu Fall kam und somit aus der Entscheidung um den Tagessieg fiel. Auch der Schweizer Silvan Dil­lier vom Team BMC ging zu Boden, konnte aber wie alle anderen Gestürzten später die Ziellinie überqueren.

Sagan erneut geschlagen

Vorne kämpften keine zehn Fahrer mehr um den Tagessieg. Peter Sagan hatte die Rechtskurve und die anschliessende kurze Steigung als Erster in Angriff genommen. Doch auf den letzten 150 (flachen) m sah sich der Slowake, der schon am Montag in Heiden als Erster und am Dienstag in Ossingen als Dritter auf dem Podest gestanden war, noch von einem Fahrer überholt. Der Italiener kam mit viel mehr Speed Richtung Ziellinie und triumphierte letztlich mit über einer Velo-Länge Vorsprung vor Sagan.

John Degenkolb als Dritter und der viertklassierte Alexander Kristoff waren im Kampf um den Etappensieg chancenlos. Auch Cavendish hätte es wohl nicht gereicht, auch wenn er nicht gestürzt wäre. Er befand sich im Final zu weit hinten, um noch entscheidend eingreifen zu können. Dafür reihte sich Nino Schurter, bisher nicht bekannt als Sprinter auf dem Rennrad, ungewohnt weit vorne ein und wurde als bester Schweizer Neunter.

Modolos grösster Sieg

«Solche eher engen Zielankünfte passen mir gut. Ich wusste, dass ich mich ganz auf Sagan kon­zen­trie­ren musste, und blieb so an seinem Hinterrad. Er zwang mich dann in der letzten Linkskurve erwartungsgemäss auf die äussere Seite. Doch ich war stark genug, an ihm vorbeizukommen», so Modolo, der einen Tag vor seinem 27. Geburtstag zum «grössten Sieg» seiner Karriere kam.

Der Italiener vom Team Lampre-Merida, dessen Leader Rui Costa den dritten Gesamtsieg hintereinander an der Tour de ­Suisse anstrebt, musste zuletzt während fast zwei Monaten wegen einer Verletzung pausieren. «Dieser Sieg zeigt mir, dass ich gewisse Fahrer schlagen kann.» Mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen will Modolo auch an der Tour de ­France brillieren.

Martin weiter in Gelb

Mit je zwei Bergpreisen der dritten und vierten Kategorie war die Etappe über 184 km vom Zürcher Wein- ins Berner Seeland kupierter als diejenige tags zuvor. Dennoch kam es auch in Büren an der Aare wie erwartet zu einer Sprintankunft. So gab es im Gesamtklassement in den Top 20 erneut keine Veränderungen. Der Vorsprung des Deutschen Tony Martin auf den Holländer Tom Dumoulin beträgt weiterhin sechs Sekunden; Sagan liegt als Dritter zehn Sekunden zurück.

Bester Schweizer ist weiterhin als Neunter Mathias Frank (0:29 zurück). Der Gesamtfünfte des Vorjahres sprach in Büren von einer «guten Etappe, da es relativ ruhig blieb». Die so gesparten Kräfte werden die Fahrer in den letzten vier Tour-Tagen, wo noch zahlreiche Schwierigkeiten warten, gebrauchen können.

Heute Donnerstag steht zunächst eine Premiere an. Erstmals, seit der Kanton Jura existiert, macht die Tour de ­Suisse im jüngsten Schweizer Kanton Halt. Die sechste Etappe führt über 192,8 km und mehr als 2500 Höhenmeter von Büren an der Aare nach Delsberg, das heuer seinen 725. Geburtstag feiert. si/red

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