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Sundby im Stil Colognas

toblach. Der Norweger Martin Johnsrud Sundby gewann die Königsetappe der Tour de Ski auf eindrückliche Art und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus.

Während des Verfolgungsrennens über 35 km wurden unweigerlich Erinnerungen an Dario Cologna wach. Wie der Münstertal in den Jahren 2011 und 2012 schlug Martin Johnsrud Sundby von der Spitze weg ein hohes Tempo an, baute seinen Vorsprung auf über eine Minute aus und liess seinen Verfolgern auch in der Folge keine Chance.

Schon vor dem Start zum Skating-Rennen hatte der 29-jährige Norweger verlauten lassen, dass er auf niemanden warten werde. «Natürlich habe ich etwas gepokert. Aber letztlich konnte ich das Rennen gut einteilen und das Tempo halten», sagte Sundby, der mit einem Vorsprung von 58,2 Sekunden in der Nordic Arena in Toblach eintraf. Nur Cologna hatte die längste Etappe der Tour de Ski in der Vergangenheit noch etwas deutlicher – mit 66 beziehungsweise 76 Sekunden Vorsprung – für sich entschieden.

Der Verfolgergruppe gehörten sieben Athleten an, die allerdings nicht sonderlich gut harmonierten. Im Sprint um Platz 2 behielt Petter Northug dank seiner Endschnelligkeit schliesslich vor Alex Harvey und Calle Halfvarsson die Oberhand, Titelverteidiger Alexander Legkow wurde Fünfter. Sundby, der die 5. Etappe mit etwas mehr als einer halben Minute Vorsprung in Angriff genommen hatte, durfte die Weiterreise ins Val di Fiemme mit einer Marge von 1:03 Minuten antreten. Legkow, Sundbys mit Blick auf die Schlussetappe und den Aufstieg zur Alpe Cermis grösster Widersacher, liegt bereits 75 Sekunden zurück. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Ausgangslage heute Samstag nach dem 10-km-Rennen in der klassischen Technik in Lago di Tesero wesentlich ändern wird.

Enttäuschende Schweizer

Die Schweizer Toni Livers und Jonas Baumann enttäuschten und konnten sich keine Weltcuppunkte gutschreiben lassen. Baumann, nach seiner starken Vorstellung auf der Lenzerheide in Cortina als 19. gestartet, wurde bis auf Position 53 durchgereicht. «Seine Form ist grundsätzlich gut, aber vielleicht haben die letzten Rennen doch etwas zu viel Kraft gekostet», sagte Cheftrainerin Guri Hetland. Livers verpasste einen Top-30-Platz um eine Minute und klassierte sich im 39. Rang.

Neben Curdin Perl verzichtete auch Remo Fischer auf einen Start in Italien. Der Zürcher Oberländer ist leicht erkältet und wollte im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf kein Risiko eingehen.

Erster Tagessieg für Leaderin

Bei den Frauen verteidigte Astrid Uhrenholdt Jacobsen ihr Leadertrikot erfolgreich. Nach drei 2. Rängen in den vorhergehenden vier Etappen feierte die 26-Jährige im Südtirol ihren ersten Tagessieg in der Tour de Ski. Sie büsste auf ihre norwegische Landsfrau Therese Johaug praktisch nichts ein und nimmt die vorletzte Etappe (5 km klassisch) im Val di Fiemme mit 44 Sekunden Vorsprung in Angriff. «Ich bin im Hinblick auf die Olympischen Spiele auf dem richtigen Weg, meine Form wird immer besser», freute sich Jacobsen.

Trotzdem gilt die 25-jährige Johaug weiterhin als Favoritin auf den Gesamtsieg. Beträgt ihr Rückstand vor dem Finale am Sonntag nicht viel mehr als eine Minute, wird ihr der erste Triumph an der Tour de Ski kaum mehr zu nehmen sein. Denn während des Schlussaufstiegs zur Alpe Cermis kann der ausgezeichneten Kletterin normalerweise keine Konkurrentin das Wasser reichen. (si)

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