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SVP fordert Aepplis Rücktritt, SP kritisiert Stimmungsmache

Nach dem Bericht der kantonsrätlichen Aufsichtskommission bleibt unklar, ob Regine Aeppli ihre Kompetenzen tatsächlich überschritten hat. Sie bestreitet es.

Der gestern nach einer Indiskretion eilig veröffentlichte Bericht der Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) deckt die Universitätsleitung und Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) mit Kritik ein. Die Unileitung habe bei der Bewältigung der Mörgeli-Affäre versagt, schreibt die Subkommission der ABG, der Vertreter der SVP, SP, FDP, GLP und Grünen angehören. Ein Punkt im ABG-Bericht ist besonders brisant: Der ehemalige Rektor Andreas Fischer und weitere Befragte gaben zu Protokoll, Aepp­li habe dem Rektor die Anweisung gegeben, Christoph Mörgeli zu entlassen. Aufgrund dieser Aussagen kam die Kommission zum Schluss, die Bildungsdirektorin habe ihre Kompetenzen überschritten. Aeppli bestreitet, den Kündigungsbefehl erteilt zu haben. Somit steht Aussage gegen Aussage. Für die Kommission ist der Fall allerdings klar.

«Vernichtendes Zeugnis»

Auch deshalb fühlt sich die kantonale SVP in ihrer Vermutung bestärkt, dass Mörgeli ein Mobbingopfer ist – von einem Kreis von Leuten, zu dem Mörgelis ehemaliger Vorgesetzter Flurin Condrau und der Chef des Hochschulamtes Sebastian Brändli gehören sollen. «Der Bericht stellt Aeppli ein vernichtendes Zeugnis aus», sagt SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel. Die Partei fordert den sofortigen Rücktritt der Bildungsdirektorin, obwohl sie im nächsten Frühjahr nicht mehr antritt. Aepplis Glaubwürdigkeit sei dahin, findet Trachsel. Sie bestreite als Einzige die Befehlsausgabe, obwohl dies mehrere Befragte unabhängig voneinander zu Protokoll gegeben hätten.

Die kantonale SP hält den Angriff auf Aeppli für rein politisch motiviert und ein «billiges Ablenkungsmanöver». Entscheidend für die Entlassung sei Mörgelis fachliches Ungenügen. Weil die Unileitung um Rektor Fischer versagt habe, sei Aeppli nichts anderes übrig geblieben, als in den Konflikt einzugreifen. Sonst würde ihr das heute vorgeworfen.

Aeppli und der Vizepräsident des Unirates, Urs Oberholzer (SVP), kritisieren den ABG- Bericht als unausgewogen. Er berücksichtige die aufgeheizte Stimmung von 2012 zu wenig. Die kantonale FDP widerspricht. Der Bericht zeige, in welch erschreckendem Ausmass Aeppli und die Unileitung versagt hätten. Thomas Schraner Seite 17

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