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Swisscom stellt in Wiesendangen Mobilfunkantenne neben Kindergarten

Nach über sechs Jahren hat das Hickhack ein Ende, vorläufig. Die Swisscom errichtet ihre Mobilfunkantenne nicht in der Kirche, sondern nun doch an der Wannenstrasse, direkt neben einem Kindergarten.

Im Januar beginnt die Swisscom mit dem Bau einer Mobilfunkantenne neben dem Trafohaus an der Wannenstrasse – in unmittelbarer Nähe zum Kindergarten Wanne. Damit endet für sie die siebenjährige Suche nach einem Antennenstandort in Wiesendangen. Doch der Entscheid bedeutet auch das Ende der Kirchturmlösung. Bei dieser wollten die drei Anbieter Orange, Sunrise und Swisscom eine gemeinsame Antenne, verborgen im Turm der reformierten Kirche, einrichten. Lange hatten sich Behörden und Mobilfunkanbieter für diese Lösung eingesetzt.«Ich bin sehr enttäuscht von diesem Ausgang», sagt Gemeindepräsident Kurt Roth. «Mit einer gezielten Verzögerungstaktik haben es die Beschwerdeführenden geschafft, trotz einem klaren Urteil des Verwaltungsgerichtes und gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung das Antennenprojekt auf dem Kirchturm zu verhindern.» Das Thema Mobilfunkantennen sei mit diesem Ausgang nicht vom Tisch, denn nun beginne die Standortsuche für Orange und Sunrise von vorne. «Am Ende haben wir dann leider einfach drei – für alle sichtbare – Antennen im Dorf.»

«Antennen reichen aus»

Grund für den Bauentscheid der Swisscom ist der Weiterzug des Verfahrens ans Bundesgericht durch die Rekurrenten. Diese waren gegen die Antenne im Kirchturm und zogen einst vor Baurekursgericht – zunächst ohne Erfolg. Darum gelangten sie an das Verwaltungsgericht. Doch auch dieses entschied zu Gunsten der Mobilfunkanbieter. Den Gegner ging es vor allem um eins: Zeit schinden, wie sie schon mehrfach betonten. Darum haben sie den Entscheid vor kurzem ans Bundesgericht weitergezogen. «Ich freue mich, dass im Kirchturm keine Antenne gebaut wird», sagt Christoph Herzog, einer der Rekurrenten. «Aber ich bin auch gegen den Standort Wannenstrasse», betont er. Aus seiner Sicht würden die bestehenden Mobilfunkantennen am Bahnhof und am Berg von Wiesendangen ausreichen. «Ich bin überzeugt, dass auch an der Wannenstrasse keine Antenne gebaut wird», sagt Herzog. Auch wenn die Rechtsmittel dort ausgeschöpft seien, werde es weitere Proteste geben. Christian Grob, der einst gegen den Standort Wannenstrasse kämpfte, freut sich nicht über den Entscheid der Swisscom. Die Anwohner der Wannenstrasse müssten nun an Wohnqualität einbüssen.

Orange auch an Wannenstrasse?

Die Verzögerungstaktik der Rekurrenten ging auf. Denn für die Swisscom drängte die Zeit. Sie hat für den Standort Wannenstrasse eine Baubewilligung, die noch bis im Januar gültig ist. Bis dahin kann sie kein Urteil des Bundesgerichts erwarten. Sie habe nicht das Risiko eingehen wollen, am Schluss gar keinen bewilligten Standort in Wiesendangen zu haben, schreibt sie in ihrer Medienmitteilung. Trotz der Baubewilligung an der Wannenstrasse habe Swisscom bisher den Dialog gesucht und eine Lösung im Kirchturm unterstützt. Doch durch den Weiterzug ans Bundesgericht sei eine «fristgerechte Umsetzung» des Projekts nicht mehr möglich. Zudem hat sich Orange aus dem Kirchturmprojekt zurückgezogen. Eine Grundbedingung der Denkmalpflege für den Standort in der geschützten Kirche war jedoch, dass dieser von allen drei Anbietern genutzt werde.Orange begründet ihren Ausstieg damit, dass sich die Verhandlungen und das Rechtsverfahren in die Länge gezogen hätten, sagt Therese Wenger, Mediensprecherin von Orange. Doch auch aus «technischen Gründen» habe Orange entschieden, sich aus dem Kirchturmprojekt zurückzuziehen. Denn Orange hat bei Swisscom einen Antrag auf gemeinsame Nutzung des Standorts Wannenstrasse gestellt. Sollte sich Swisscom darauf einlassen – ein Entscheid steht noch aus – käme Orange schneller zum Ziel und könnte laut Theres Wenger zudem eine bessere Netzabdeckung erreichen.Damit steht Anbieterin Sunrise vorerst alleine da. Sie möchte jedoch wegen des laufenden Rechtsverfahrens keine Stellung zum Projekt in Wiesendangen nehmen.

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