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Tag 18: Die reiselustige Frau Doktor

Mit dem Velo unterwegs, den «geburtshilflichen» Koffer auf dem Gepäckträger, half Elisabeth Schmid über 4‘000 Kindern auf die Welt. 1930 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Winterthur.

Elisabeth Schmid verbrachte ihre Kindheit in ihrem Elternhaus an der Trollstrasse und – zu Genesung nach einer Scharlacherkrankung – auch längere Zeit in einer Arztfamilie am Untersee. Schon früh interessierte sie sich für die Welt der Medizin und liess sich zur Krankenpflegerin ausbilden. Mit Begeisterung arbeitete sie in der chirurgischen Abteilung des Kantonsspitals Winterthur und wurde zur Hilfsschwester im Operationssaal befördert. Doch Elisabeth Schmid wollte noch mehr erreichen. Mit 26 Jahren holte sie die Matura nach und begann noch während des Ersten Weltkriegs ein Medizinstudium in Zürich. Auf das Staatsexamen 1924 folgten sieben Assistenzjahre, unter anderem war sie Assistentin des Chefarztes am Kantonsspital Winterthur. 1930 eröffnete sie in Winterthur eine eigene Praxis für Geburtshilfe und Gynäkologie im Haus «Zum Sulzberg» an der Museumstrasse 56. Elisabeth Schmid arbeitete viel und hingebungsvoll, den Ausgleich dazu fand sie im Reisen. Bis ins hohe Alter unternahm sie über 50 Reisen, unter anderem nach Italien, England, Griechenland, Schweden, Ägypten, Amerika und Mexiko. Auch das Schreiben und Dichten lag ihr sehr am Herzen. Kaum ein Anlass im Kreis ihrer Berufskolleginnen und Freunden ging über die Bühne ohne eine ihrer Darbietungen in Versform. Ihre Arbeit als Ärztin schilderte sie hingegen in Prosa. «Greift nur hinein ins volle Menschenleben» lautet der Titel ihrer 1973 erschienenen Lebenserinnerungen.

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