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Tag 9: Tausend Vorhänge für Markus Breitner

Was wäre das Sommertheater, wenn es Markus Breitner nicht gegeben hätte. Während 50 Jahren war der in Österreich geborene Theatermann Direktor dieser Urwinterthurer Institution und erhielt dafür 1965 den Kulturpreis der Stadt Winterthur.

Markus Breitner wurde 1902 im damals österreichischen Czernowitz geboren. Nach der Ausbildung in seiner Geburtsstadt und in Brünn kam er über Stationen in Wien und Innsbruck 1923 in die Schweiz. Auf Engagements in Bern und Solothurn folgte 1932 der Ruf nach Winterthur ans Sommertheater. Für den aus einer jüdischen Familie stammenden Breitner war es eine schwere Zeit. Seine drei Brüder wurden von den Nazis verhaftet, und er hat nie mehr von ihnen gehört. Seine Eltern und seine drei Schwestern flohen nach Israel. Auch er blieb von der Verfolgung nicht verschont und wurde mehrmals aufgefordert, die Schweiz sofort zu verlassen. Aber er hatte Glück und gute Freunde, die ihm dabei halfen, in Winterthur bleiben zu können.1935 wurde Markus Breitner Direktor des Sommertheaters und blieb es ganze 50 Jahre lang. Daneben war er in den 1930er- und 1940er-Jahren künstlerischer Leiter verschiedener Theater- und Cabarettourneen, unter anderem von Voli Geiler und Walter Morath. 1949 – 1971 war er zudem Direktor des Stadttheaters Chur und 1955 – 1965 auch des Städtebundtheaters Biel-Solothurn. Drei Theater und ein unglaubliches Arbeitspensum – dank seiner leidenschaftlichen Liebe zum Theater konnte er das alles bewältigen. 1981 übergab Markus Breitner die Direktion des Sommertheaters seinem jüngeren Kollegen Hans Heinrich Rüegg. Er durfte stolz sein auf «sein Sommertheater», hatte er es doch in all den Jahren zu einer unverwechselbaren Winterthurer Institution gemacht.

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