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Teenager stehen für eigene Firma um vier Uhr morgens auf

Die Kantischüler Paventhan Balasuntharam aus Embrach und Nicola Dittli aus Niederhasli führen ihre eigene Firma Cellfix, die Handyreparaturen und Zubehör anbietet. Seit ihre Website online ist, können sie sich vor Aufträgen kaum retten.

An der Türe hängt ein Schild mit der Aufschrift «Schlafzimmer». Doch dahinter sieht es auf den ersten Blick eher aus wie in einem Lagerraum: Dutzende von Kartons und Postpakete stapeln sich an der Wand, Verpackungsmaterial liegt herum. «Im Moment ist mein Schlafzimmer gleichzeitig Werkstatt, Lagerraum und Büro», sagt Paventhan Balasuntharam. Der 16-jährige Kantischüler aus Embrach ist der Gründer des Unternehmens Cellfix. Er repariert Handys und vertreibt über einen Online-Shop Zubehör für Mobiltelefone. Die Idee dazu hatte er vor eineinhalb Jahren. Damals entwickelte der Teenager aus dem Hobby, die Handys seiner Kollegen und Verwandten zu reparieren, eine Geschäftsidee. Er bestellte Ersatzteile bei den Herstellern und brachte sich das Auswechseln des Glases, des Akkus oder kleine Reparaturen an der Elektronik mit den beigelegten Anleitungen selber bei. Auch die Website programmierte er anfangs selber, erst für die Fertigstellung half ihm ein Softwareentwickler. Seit ein paar Monaten ist die Seite www.cellfix.ch nun online.

Schule hat Priorität

Starthilfe bekam der 16-jährige Balasuntharam von seinen Eltern. Sie finanzierten die ersten Einkäufe der Zubehörteile und helfen auch tatkräftig mit. «Meine Mutter nimmt die Postpakete entgegen, mein Vater half auch schon bei den Reparaturen.» Das einzige, was die Eltern fordern würden, sei, «dass meine Leistungen in der Schule nicht nachlassen». Das haben sie nicht: «Ich bin sogar besser geworden, vielleicht weil ich effizienter lerne.» Das muss er auch, denn die Aufträge, die via Website reinkommen, nehmen laufend zu. Und dass Cellfix mit einer Reparatur und Rücksendung des Mobiltelefons innerhalb 24 Stunden wirbt, bringt zusätz­lichen Druck. «Ich stehe während der Schulzeit täglich um vier Uhr morgens auf und lerne dann für die Schule. Nach Schulschluss repariere ich drei Stunden Handys.»

Unterschätzung als Antrieb

Irgendwann reichte auch das nicht mehr, um den ganzen Aufwand zu bewältigen. So holte er Mitschüler Nicola Dittli ins Boot, der ebenfalls Reparaturen tätigt und für die Werbung, vor allem via soziale Medien, verantwortlich ist. «Meine Schwester arbeitet in der Branche, so kann ich mir bei ihr Tipps holen», sagt der erst 15-jährige Dittli. Doch so hilfsbereit sind nicht alle im Geschäftsleben: «Viele nehmen uns wegen unseres Alters nicht ernst, das ist schade», sagt Dittli. Sein Kollege ergänzt: «Denen wollen wir es zeigen. Und gleichzeitig auch andere Jugendliche motivieren, dass sie sich mehr zutrauen.» Das grosse Geld zu verdienen, gehöre nicht zu ihren Zielen, betonen die beiden Schüler. Das Angebot eines Käufers, der die Firma für einen hohen vierstelligen Betrag kaufen wollte, schlugen sie aus: «Denn wir haben schon so viel Herzblut und Arbeit in Cellfix gesteckt», sagt Balasuntharam. Trotzdem hat er in Zukunft noch andere Pläne: «Cellfix ist ein Nebenjob, ich will Pilot werden.» Momentan dreht sich aber alles um den Nebenjob. «Nächsten Sommer wollen wir ein richtiges Ladenlokal in der Nähe des Flughafens eröffnen.» Damit das Schlafzimmer bald wieder zum Schlafzimmer wird.

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