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Tempelberg in Jerusalem nach Schlacht mit Verletzten geschlossen

Rund einhundert Palästinenser haben sich am Freitag auf dem Tempelberg in Jerusalem gewalttätige Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei geliefert. Sechs Beamte seien leicht verletzt worden, sagte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Die palästinensischen Demonstranten hätten Steine und Molotow-Cocktails auf israelische Soldaten geworfen, sagte Rosenfeld weiter. Die Sicherheitskräfte hätten nur Blendgranaten eingesetzt.

Nach palästinensischen Angaben schossen die Israelis jedoch auch gummiummantelte Stahlgeschosse auf die Steinewerfer ab. Insgesamt seien sieben Menschen leicht verletzt worden. Die Polizei schloss den Tempelberg.

Die Proteste waren von Berichten palästinensischer Medien genährt worden, nach denen am Sonntag ein israelischer Soldat bei einem Einsatz gegen Palästinenser an einem Zugang zum Tempelberg ein Exemplar des Koran zu Boden geworfen haben soll.

Zum Vorfall mit dem Koran vom 3. März sagte Polizeisprecher Rosenfeld, israelische Soldaten hätten an jenem Tag versucht, eine Sitzblockade von Palästinensern zu beenden, die sich gegen den Besuch einer israelischen Gruppe auf dem Tempelberg richtete.

Dabei sei ein Koran-Exemplar zu Boden gefallen, als eine Bank fortgetragen wurde. Das heilige Buch des Islam sei anschliessend der Eigentümerin zurückgegeben worden.

Am Tempelberg, auf dem die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom liegen, gibt es immer wieder Konflikte. Der Tempelberg ist für Juden und Muslime gleichermassen eine heilige Stätte.

Felsendom und Al-Aksa-Moschee zählen zu den wichtigsten Pilgerstätten der Muslime, am Fuss des Berges liegt die Klagemauer, ein Rest des jüdischen Tempels aus der Antike. Viele religiöse Juden kommen täglich zur Klagemauer, um für einen Wiederaufbau des Tempels zu beten.

Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und israelischen Soldaten wurden auch aus dem Dorf Abud gemeldet. Die Unruhen seien nach der Beisetzung eines jungen Mannes ausgebrochen, der an Verletzungen gestorben war, die er im vergangenen Monat bei Unruhen im Westjordanland erlitten hatte. Er war von einem der Geschosse mit Hartgummi-Mantel am Kopf getroffen worden.

(sda)

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