Zum Hauptinhalt springen

Tempo 30 wegen Bus nicht erwünscht

Auf der Illnauer Steinacherstrasse sind weiterhin 50 Stundenkilometer erlaubt. Der Bus würde die Haltestellen im Quartier sonst nicht mehr bedienen.

Auf den Strassen des Illnauer Steinacherquartiers wird, wenn es nach dem Willen des Stadtrates geht, auch in Zukunft kein einheitliches Temporegime gelten. Die Geschwindigkeit ist zwar auf 30 Stundenkilometer beschränkt – mit Ausnahme der gemäss Stadtrat «überdimensioniert ausgebauten und übersichtlichen» Steinacherstrasse. Dort gilt Tempo 50. Der Grund ist der Linienbus der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG), der die Strasse befährt und zwei Haltestellen bedient. Müsste er sein Tempo drosseln, würde er zu viel Zeit verlieren, der Anschluss an die S-Bahn wäre nicht mehr gewährleistet, und die VBG würden die Haltestellen nicht mehr anfahren. Das gaben sie bei der flächendeckenden Einführung von Tempo 30 im Jahr 2006 bereits bekannt. Ein im September 2012 von den Grünen und Grünliberalen eingereichtes Postulat forderte den Stadtrat dazu auf, die Angelegenheit nochmals zu überprüfen. Bedingung: Der Busfahrplan dürfe nicht beeinträchtigt werden. Andere Linienführung nötig Das hat der Stadtrat nun getan. Mit dem Ergebnis, dass die Einführung von Tempo 30 auf der Steinacherstrasse, ohne auf den öffentlichen Verkehr zu verzichten, nicht möglich ist. Dies hält er in seiner kürzlich publizierten schriftlichen Antwort fest. Die VGB haben nach Eingang des Postulates Testfahrten mit Tempo 30 durchgeführt: Die Fahrzeiten der Linie 652 würden sich für Hin- und Rückfahrt um 70 bis 90 Sekunden verlängern. «Diese zusätzliche Fahrzeit steht nicht zur Verfügung», sagen die VBG. Die Linie 652 würde künftig anders ­geführt, nämlich von der Haltestelle Chrummenacher direkt via Volkets­wilerstrasse zur Kirche Illnau. Beim Knoten Steinacher-/Volketswilerstrasse entstünde eine neue Haltestelle. So oder so würden die VBG die neue ­Linienführung vorziehen – auch ohne Tempo 30. Der Stadtrat ist jedoch anderer Meinung, wie er in seinem Antrag weiter festhält. Er will die gültige Linienführung beibehalten. Postulant Hans Zimmermann (Grüne) nimmt diese Haltung erfreut zur Kenntnis. «Niemand im Quartier will die bestehenden Haltestellen aufheben», sagt er. Auch die geplanten Einengungen im Bereich der Bushaltestellen (sogenannte Kap-Haltestellen) hält er für sinnvoll. «Die Passagiere können aussteigen, ohne dass ein Autofahrer den stehenden Bus überholt und sie gefährdet.» Die Steinacherstrasse wird derzeit saniert. Die Haltestellen werden bei dieser Gelegenheit umgestaltet. Bei der Einmündung der Wingertstrasse ist zudem eine Trottoirüberfahrt vorgesehen. Was die von Zimmermann angeregte Temporeduktion betrifft, so hätte er sich vom Stadtrat mehr Kreativität erhofft, wie er sagt. «Er hätte das Tempo reduzieren und für den Bus eine Ausnahmeregelung erwirken können», sagt der grüne Gemeinderat.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch