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Tempo-30-Zone abgeschmettert

Der Unmut über die Hindernisse in der Tempo-30-Zone Seuzach-Süd/Forrenberg ist gross. Dies zeigte sich an der Gemeinde­versammlung. Ein nächstes Zonenprojekt wurde zu Fall gebracht.

208 Stimmberechtigte nahmen an der Gemeindeversammlung in Seuzach teil. Grund für den grossen Zulauf waren weder Budget und Steuerfuss noch das Ener­gie­­­stadt-Label (siehe Box). Das ­Interesse entzündete sich am Thema Tempo-30-Zonen, wie sich beim Traktandum drei, der Bauabrechnung der Tempo-30-Zone in Seuzach-Süd/Forrenberg, zeigte. Nach Darlegung der Schlussabrechnung für die Zonensignalisation, die den bewilligten Gesamtkredit von 360 000 Franken um knapp 33 000 Franken unterschritt, machte ein Anwohner seinem Ärger über die «sadistischen Tempo-30-Schikanen» Luft, wie er sie nannte: «Die Verkehrshindernisse sind völlig überrissen.» Er müsse täglich über mehrere Berliner Kissen und Schwellen fahren, Trapezen und Einfahrtstoren ausweichen. «Wie muss mein Antrag lauten, dass man diese Hindernisse wieder entfernt und stattdessen lieber wieder einen Blechpolizisten aufstellt?», fragte er unter Applaus, der vom Gemeindepräsidenten gerügt wurde. Votantinnen doppelten nach: Die Hindernisse seien weder sicher für die jüngsten Verkehrsteilnehmer noch ein Vergnügen für Blaulichtfahrzeuge. Die Schwellen verursachten einen hohen Stossdämpferverschleiss und das Abbremsen-und-Anfahren sei unökologisch. Wenn man das gewusst hätte, hätte man nicht zugestimmt, wurde unter anderem geäussert. Abrechnung Ja, neue Zone Nein Der dafür zuständige Gemeinderat Kes­selring erklärte, dass die Zonensi­gna­lisation aufgrund eines Verkehrsgutachtens in Absprache mit der Kantonspolizei bestimmt worden sei und sich nach dem Ziel richte, wie viele Hindernisse nötig seien, damit Tempo 30 gefahren werde. «Diese Signalisierung dürfen wir nicht verändern, sie wurde auch nicht aus Freude des Gemeinderates erstellt.» Ausserdem sei das Projekt, das zwischen März 2012 und Spätsommer 2013 realisiert wurde, während 30 Tagen öffentlich aufgelegen. «Jetzt geht es aber um die Abrechnung und nicht darum, die Zonensignalisation abzu­ändern», betonte Kesselring. Die Versammlung hatte ein Einsehen und hiess die Bauabrechnung deutlich gut. Keine Chance hatte dann aber das nächste Geschäft, die Einführung der dritten Tempo-30-Zone in Seuzach im Gebiet Heimenstein/Mösli. Kostenpunkt: 33 000 Franken. Ausgelöst durch eine Petition von 34 Anwohnern hat der Gemeinderat mit der Kantonspolizei ein entsprechendes Projekt erarbeitet. «Wir bauen so viel wie nötig und so wenig wie möglich», versicherte Bauvorsteherin Katharina Weibel. Das Gebiet bestehe praktisch aus Sackgassen und werde nur von Anwohnern benützt, sagte ein Votant. «Die Einzigen, die dort relativ rassig fahren, sind Mütter, die ihre Kinder zur Schule bringen.» Die Versammlung verwarf die Vorlage mit 142 zu 49 Stimmen haushoch. Für das nächste Jahr budgetiert der Gemeinderat ein Defizit von 1,7 Millionen Franken. «Wir können das wegen des in den letzten Jahren angestiegenen Eigenkapitals wagen», sagte Gemeindepräsident Jürg Spiller. Der Gesamtsteuerfuss könne dank dem tiefen Aufwandniveau noch bei 84 Prozent gehalten werden. Die Versammlung sah das auch so und stimmte dem Budget zu. Durchgewinkt wurde auch die neue Entschädigungsverordnung, die der erhöhten zeitlichen Belastung von Funktionären Rechnung tragen soll. Am Schluss wurde Spiller für seine letzte Gemeindeversammlung nach 16 Jahren mit Beifall im stehen gewürdigt.

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