Zum Hauptinhalt springen

Textilarbeiter in Kambodscha protestieren gegen Polizei und Nike

Tausende Arbeiter in Kambodscha haben am Mittwoch gegen die Festnahme streikender Kollegen demonstriert. 2000 bis 3000 Menschen versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben vor dem Gerichtsgebäude der Stadt Kampong Speu im Süden des Landes.

Sie verlangten die Freilassung der acht Arbeiter, die am Montag festgenommen worden waren. Diese hatten zusammen mit hunderten anderen in einer Fabrik die Arbeit niedergelegt, in der Kleidungsstücke für den US-Sportartikelkonzern Nike hergestellt werden. Die Arbeiter verlangten höhere Löhne.

Die Polizei war nach Gewerkschaftsangaben am Montag mit grosser Gewalt gegen die demonstrierenden Nike-Arbeiter vorgegangen; mindestens zehn von ihnen wurden demnach verletzt. In Kambodscha hatte es zuletzt mehrfach Proteste von Arbeitern in Fabriken gegeben, die für westliche Unternehmen produzieren.

Die Proteste richten sich gegen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Die Regierung geht mit grosser Härte gegen solche Proteste vor; der Präsident des kambodschanischen Menschenrechtszentrums, Ou Virak, sagte AFP, die Regierung fürchte soziale Unruhen und eine Entwicklung wie den arabischen Frühling.

In Kambodscha wird am 28. Juli gewählt. Der seit 1985 regierende Ministerpräsident Hun Sen hofft dabei auf eine abermalige Wiederwahl. Das südostasiatische Land hängt wesentlich von der Textilindustrie ab, in der 650'000 Menschen beschäftigt sind.

(sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch