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«The Voice»: Kronfavoritin Nicole macht das Rennen

Kreuzlingen. Nicole Bernegger ist die Siegerin von «The Voice of Switzerland». Mit ihrer Präsenz hat die Frontfrau der Basler Band The Kitchenettes den anderen Finalistinnen keine Chance gelassen.

Irgendwie ist alles klar – von der ersten Minute an. Sie eröffnet das grosse Finale von «The ­Voice­­ of Switzerland» mit «Golden Eye» von Tina Turner – und setzt die Messlatte gleich so hoch, dass ihre Mitfinalistinnen mit ihren Interpretationen von James-Bond-Titelsongs einpacken können. Nicole Bernegger, 35, aus Birsfelden, Baselland. Mutter zweier kleiner Kinder. Mit dem dritten im Bauch.

Ganz im Sinne von «First come, first serve» holt sich Bern­egger zwölf Wochen nach dem Start des Castings und rund 150 Minuten nach Übertragungsbeginn des Finales in der Bodenseearena in Kreuzlingen am Samstagabend den Titel. Ohne einmal richtig zu zittern – fast schon zum Einschlafen langweilig für die Fernsehzuschauer zu Hause auf dem Sofa.

Wer nicht eingenickt ist, der greift zum Telefonhörer. Die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer tun das, um Bernegger ihre Stimme zu geben. Stefanie Heinzmanns Kandidatin Angie Ott (22), die 21-jährige Sarah Quartetto alias Darling der Nation und die Tessiner Ausgabe von Laura Pausini, Iris Moné (37), müssen Nicole den Sieg neidlos zugestehen.

Duo mit den Coaches

Im Gegensatz zu den vorgängigen Live-Sendungen haben die Coaches Marc Sway, Stress, Stefanie Heinzmann und Philipp Fankhauser bei der Entscheidung nichts mehr mitzureden. Im Gegenteil: Sie müssen selbst noch einmal an die Säcke und mit ihren Schäfchen einen Hit aus dem eigenen Plattenregal zum Besten geben. Das scheint nicht allen vier Stars gleich einfach zu fallen. Vor allem Rapper Stress soll Bernegger bei der Interpretation seines Songs «Elle» nicht viel Spielraum gelassen haben. «Er hatte klare Vorstellungen, aber ich habe einen harten Kopf», sagt die Sängerin nach ihrer Performance. Vielleicht hat Stress ja einfach nur Angst, bei Powerfrau Bernegger das Heft aus der Hand zu geben? Mit seinem charmant französischen «Accent» gibt er zu: «Sie ist einfach wundergeil. Und es ist nicht normal, dass sie noch nicht ganz oben in der Schweizer Musikszene angekommen ist.»

Dass die Stimme der Schweiz Bernegger gehört, das ahnten auch Marc Sway und Co. schon früh. Bereits bei den Blind Auditions buhlten alle Coachs um die Gunst des Ausnahmetalents. Dass sich die Sängerin der Basler Band The Kitchenettes für eine Zusammenarbeit mit Stress entschied, lag vor allem daran, dass sie «keinen Gesangslehrer, sondern einen Kapellmeister» wollte. Dieser erklärte sie im Gegenzug von Anfang an zur Kronfavoritin. Auch die Medien, das Publikum und die Finalistinnen selbst sahen Bernegger schon vor der Finalsendung im Siegergewand. Mit ihrer handgemachten Soulmusik hat Bernegger in den vergangenen Jahren etliche Clubs mit Sixties-Flair ausgestattet und das Parkett schwingen lassen.

Knebelvertrag?

Ob die Sängerin nach dem Sieg bei «The Voice» weiterhin so leichtfüssig auf der Bühne stehen wird, darf angezweifelt werden. Denn wer gewinnt, der verpflichtet sich auch. Man weiss aus der Vergangenheit: Die Anbindung an die Plattenfirma Universal und deren Hitproduzenten ist bei Schweizer Castingshows vertraglich festgehalten. Laut der Basler «Tages-Woche» soll Nicole auch deswegen lang gezögert haben, sich bei «The Voice» anzumelden. Zum Thema Knebelvertrag will sich Nicole in einem Interview mit der Zeitung nicht äussern. Auch das hat sie vertraglich vereinbart. «Aber ich bin zuversichtlich, dass ich die Band mitziehen kann», so Nicole. Ob sie das tatsächlich kann, bleibt am Finalabend offen. Für Sieger-Coach Stress ist an der Afterparty nur eines klar: «Ich werde ihr beim Album zur Seite stehen. Vielleicht haben wir ja ein paar gemeinsame Ideen.»

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