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Thur wird weiter zurückverwandelt

An der Thur zwischen dem Eggrank und der Ellikerbrücke wird gebaut – an der Natur. Bagger und Sägen sollen mehr Natur, Sicherheit und Erholung bringen.

Scharf ist die Kurve, die die Thur beim Eggrank nimmt. Bei Hochwasser prallt die braune Brühe nahezu senkrecht ans Ufer – die Verbindungsstrasse zwischen Andelfingen und Flaach liegt direkt daneben. Danach fliessen die Wassermassen fast schnurgerade weiter zum Thurspitz. Vor der Kanalisierung der Thur in den 1860er-Jahren floss sie noch in mehreren Schlaufen Richtung Rhein. Die halbkreisförmigen Überbleibsel sieht man noch heute als mit Wasser gefüllte Mulden oder Lichtungen in den Thurauen. Strömung bremsen, ablenken Der Eggrank sieht aktuell aus, als wäre er von einem Wirbelsturm gestreift worden. Hinter dem Kiesstrand auf der nördlichen Flussseite ist rund eine Hektare Wald gerodet worden. Die Thur wird dort aufgeweitet, die Kiesbank zurückversetzt. Der beliebte Badeplatz bleibt erhalten. Die bereits massive Sicherung des südlichen Ufers mit Steinblöcken wird noch verstärkt, um die nahe Kantonsstrasse vor der Erosion zu schützen. Im Laufe der Zeit hat die starke Strömung das Flussbett am äusseren Rand bis zu vier Meter tief ausgehöhlt. Dieser Unterwassergraben in der Flusskurve wird zuerst mit Material aufgefüllt, danach werden mehrere sogenannte Lenkbuhnen in die Thur hinaus gebaut. Diese Querriegel aus Steinblöcken liegen unter Wasser, bremsen die Strömung und lenken sie vom gefährdeten Ufer ab. Sicherung der Ellikerbrücke Die Uferverbauung westlich der Ellikerbrücke ist bereits verschwunden, ein längerer Abschnitt auch östlich davon. In der vor einigen Wochen gestarteten, letzten Etappe des Projekts «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» wird nun auch das restliche Korsett aus Beton und Holz zwischen der Brücke und dem Eggrank aufgebrochen. Am südlichen Thurufer neben der Ellikerbrücke modellieren Bagger zurzeit ein 240 Meter langes Flachufer für Erholungsuchende (Bild rechts). Grosse Steinblöcke werden beide Ufer sichern, damit die befreite Thur nicht eines Tages die Brücke umfliesst oder deren Pfeiler und Fundamente freispült. Bauarbeiten bis ins Jahr 2017 Mit einem Teil der abgetragenen Erde wird im Flaacherfeld oft vernässendes Landwirtschaftsland aufgebessert. Noch bis ins Jahr 2017 sollen weitere Bauarbeiten den Hochwasserschutz entlang der Thur verbessern und die Auenlandschaft aufwerten. Nach rund 150 Jahren darf die Thur im Mündungsbereich wieder seitlich ausbrechen, mäandern. Die Zurückverwandlung des Flusses bringt laut den kantonalen Projektverantwortlichen mehr Sicherheit, mehr Natur und mehr Erholung. Die im 19. Jahrhundert errichteten Dämme und Uferverbauungen konnten Überschwemmungen im Thurtal nicht verhindern. Heutzutage wird den Flüssen hingegen wieder mehr Platz eingeräumt, um bei Hochwasser Rückhalteraum zu schaffen. Und die wieder öfters überfluteten Auenwälder werden zu einem Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

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