Zum Hauptinhalt springen

Tiefe Zinsen drücken auf den Gewinn der Zürcher Kantonalbank

Die Zürcher Kantonalbank hat im vergangen Jahr aufgrund des tiefen Zinsniveaus und der geringen Handelsaktivität der Kunden einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

So fiel der Konzerngewinn um 18,8 Prozent auf 647 Mio. Franken, wie die Zürcher Kantonalbank (ZKB) am Freitag mitteilte. Verantwortlich dafür waren sämtliche Geschäftsfelder. Am stärksten eingebrochen sind die Erträge aus dem Handelsgeschäft. Sie gingen um 15,7 Prozent auf 287 Mio. Franken zurück.Deutlich weniger lukrativ war jedoch auch das für die ZKB besonders wichtige Geschäft mit Krediten und Kundeneinlagen, das so genannte Zinsengeschäft. Es warf 4,2 Prozent weniger ab und spülte der ZKB noch 1,07 Mrd. Franken in die Kasse. Schliesslich brachte auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft weniger ein. Hier ging der Erfolg um 3,5 Prozent auf 531 Mio. Fr. zurück.

Weniger Geld an Kanton und Gemeinden

Mit dem rückläufigen Konzerngewinn kürzt die ZKB auch die Ausschüttungen an den Kanton und die Gemeinden. So erhält der Kanton Zürich noch 164 Mio. Fr. (2013: 220 Mio. Fr.). Zu den Gemeinden fliessen nach 110 Mio. Fr. im Vorjahr diesmal noch 82 Mio. Franken.Den Rückgang der Erträge begründet die ZKB mit den tiefen Zinsen, den wenig aktiven Kunden und dem Wegfall von Sondereffekten aus dem Vorjahr. Beim Zinsengeschäft habe die Bank das nochmals tiefere Zinsniveau gespürt, heisst es in der Mitteilung.Die ZKB war nach eigener Einschätzung auch zurückhaltend bei der Vergabe von Krediten. So seien die Hypothekarforderungen lediglich um 2,5 Prozent angestiegen, was unter dem Marktwachstum liege.Rückläufig waren die Erträge in diesem Bereich aber auch, weil die ZKB nach eigenen Angaben eine «konservative Zinsrisikopolitik» betrieben hat. Offenbar ist die ZKB von steigenden Zinsen ausgegangen und hat dies entsprechend teuer abgesichert, was im Nachhinein gesehen unnötig hohe Kosten verursacht hat.

Weniger Boni für die ZKB-Angestellten

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft und im Handelsgeschäft hat die ZKB dagegen unter der Handelsmüdigkeit der Kunden und den geringen Kursbewegungen an den Börsen gelitten. Rückläufig waren die Gewinne der Staatsbank jedoch auch, weil sie 2014 nicht mehr von ausserordentlichen Einnahmen profitieren konnte.Im Geschäftsjahr 2013 spülte der Verkauf der Aktienbeteiligung an der Ascom Holding rund 50 Mio. Franken in die Kasse der ZKB. Solche Sondererträge blieben im letzten Jahr aus.Die tieferen Erträge haben bei der ZKB jedoch auch zu einer Dämpfung der Ausgaben geführt. So reduzierte sich der Personalaufwand um 4,2 Prozent auf 816 Mio. Franken. Grund dafür sind vor allem der Rückgang der variablen Entschädigungen. Die Zahl der Mitarbeiter dagegen blieb beinahe konstant.

Wenig optimistisch für 2015

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die ZKB wenig optimistisch. Sie rechne mit anhaltenden Unsicherheiten, wie es in der Mitteilung heisst. Die Aufhebung des Mindestkurses und die weitere Senkung der Zinsen werde deutliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der ZKB haben und sämtliche Ertragspfeiler der Bank belasten.Zu Swisscanto schreibt die ZKB, dass die Übernahme des Anlagenfonds- und Versorgungsdienstleisters nach Vorliegen aller behördlichen Bewilligungen noch im 1. Halbjahr 2015 abgeschlossen sein soll. Mit Swisscanto baut die ZKB das Vermögensverwaltungsgeschäft für institutionelle Kunden und das Anlagegeschäft aus. Die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft dagegen reduziert sich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch