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Toyota verschickt Warnbriefe

Der japanische Autohersteller Toyota ruft massenweise Fahrzeuge in die Garagen zurück. Weltweit sind es mehr als 6,5 Millionen Stück, in der Schweiz geschätzte 18 000. Grund für den Rückruf sind mehrere kleine Bauteile, die defekt sein könnten.

In den nächsten Wochen erhalten gegen 18 000 Autobesitzerinnen in der Schweiz ärgerliche Post von Toyota. Der weltweit grösste Autobauer wird sie in einem Brief informieren, dass ihre Fahrzeuge fehlerhaft sein könnten und sie ihren Toyota in der nächsten Garage überprüfen lassen sollen. Falls das Auto beschädigt ist, muss es bis zu vier Stunden repariert werden. Die Kosten dafür übernimmt der Hersteller. Angeschrieben werden auch Besitzer von direkt importierten Wagen. Von diesem Rückruf sind fünf Toyota-Modelle betroffen: Die Kleinwagen Yaris und Urban Cruiser und die Geländewagen RAV4, Land Cruiser und Hilux. Bei den kleinen Autos, Yaris und Urban Cruiser, könnte eine Sprungfeder am Sitz oder ein Bauteil am Lenkrad defekt sein. Laut Toyota führt das im dümmsten Fall dazu, dass sich der Sitz oder das Lenkrad versteifen und nicht mehr verschieben lassen. Betroffen sind Modelle mit den Baujahren 2005 bis 2010. Toyota vermutet, dass der Defekt am Lenkrad mehr Autos betrifft als jener am Sitz – nämlich rund 13 760 im Gegensatz zu 2830. Brichts, leuchtet das Lämpchen Die Grosswagen RAV4, Land Cuiser und Hilux aus den Baujahren 2004 bis 2010 haben möglicherweise einen weniger schwerwiegenden Defekt. Bei ihnen könnte ein Kabel brechen. Simon Wid­mer, Sprecher von Toyota Schweiz, sagt: Käme es zu so einem Kabelbruch, wäre das nichts Schlimmes. «Sollte das geschehen, so leuchtet die Warnlampe im Armaturenbrett des betroffenen Systems auf.» Weitere Auswirkungen gebe es nicht. Toyota schätzt, dass rund 1450 defekte Grosswagen in der Schweiz unterwegs sind. Was der Autobauer für die Hunderttausende von Reparaturen ausgeben muss, könne noch nicht beziffert werden, sagt Widmer. Auch für die Schweiz gebe es zurzeit keine Hochrechnungen. Rückendeckung vom Verband Widmer ist es sehr wichtig, zu betonen, dass der weltweite Rückruf von Millionen Autos freiwillig geschehe. Das heisst, Toyota warnt seine Kundinnen und Kunden nicht, weil ihre Sicherheit beim Fahren in Gefahr wäre. Sondern, weil Toyota Qua­litätssicherheit betreibe. Dass der Rückruf von fehlerhaften Autos am Image von Toyota kratzt, findet Wid­mer nicht. «Es ist doch gut, dass wir offen und transparent informieren.» Überhaupt müssten viele Hersteller Fahrzeuge zurückrufen – nicht nur Toyota. Die Hauptgründe dafür untersuchte eine kürzlich veröffentlichte Studie (siehe Artikel unten). Volle Deckung erhält Toyota vom Branchenverband Auto Schweiz. Direktor Andreas Burgener lobt die Rückrufaktion: «Sie geschieht wegen der Qualitätsstandards, die sich Toyota selbst setzt.» Es gehe dabei nicht um ­Sicherheitsbedenken. Und auch für die grosse Anzahl an Fahrzeugen hält Burgener eine beschwichtigende Erklärung bereit: «Wer viel verkauft, muss auch viel zurückrufen.» Das habe nichts mit Beschönigen zu tun.

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