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Traditionshandwerk

Die Feilenhauerwerkstatt in Aadorf ist im Jahre 1887 von Philipp Baiter aufgekauft worden. Gemäss der «Geschichte von Aadorf» von Albert Knoepfli sollen Feilenhauer, Feilenzieher, Feilenschleifer, Feilenschmiede und Feilenhärter in Aadorf beheimatet gewesen sein, so etwa an der Hauptstrasse und im Unterdorf. Die Feile war damals ein unentbehrliches Werkzeug und in jedem Betrieb, Hof oder Haushalt praktisch täglich in Gebrauch.

Der markante Backsteinbau an der Morgentalstrasse geht auf das Jahr 1898 zurück. Das Gebäude enthielt eine eigene Schleife, einen Glühofen, einen Lufthammer und einen Dampfmotor, alles Anzeichen einer maschinellen Fertigung. In Hochkonjunkturzeiten fanden über 100 Arbeiter in der Fabrik ihr Auskommen. 1984 zählte der Betrieb, damals in zweiter und dritter Generation im Besitz der Familie, noch 35 Mitarbeiter. Produziert wurden Werkstattfeilen, Sägefeilen, Holzraspeln sowie Nadel- und Riffel­feilen. Baiter war ausserdem die einzige Firma in der Schweiz, die Bügelsägeblätter herstellte.

Der Rückgang von Feilarbeiten alten Stils und die Konkurrenz aus Billigländern liessen das Preisgefüge indessen zusammenbrechen. Hans Baiter, der die Firma nun in der vierten Generation führt, widmet sich deshalb heute dem Handel mit Präzisionswerkzeugen. kl

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