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Tränen der Freude

STOCKHOLM. Die Eishockeyaner aus Slowenien hoffen heute gegen die Schweiz auf die zweite Sensation des Jahres.

Seit dem 8. Februar 2013 ist dieses Bild emotionaler und wichtiger Bestandteil von Sloweniens kurzer, aber bewegender Eishockeygeschichte: Captain Tomaz Razingar weint Tränen der Freude. Aufgenommen wurde es nach dem zweiten Spiel des Olympiaqualifikationsturniers in Vojens (Dänemark). Die Slowenen hatten soeben Dänemark 2:1 bezwungen. Nach dem 4:2 vom Vortag bedeutete das nichts anderes, als dass die Slowenen für Olympia 2014 qualifiziert sind. Vor den Weissrussen, vor den Dänen und vor den Ukrainern. Eine Sensation, die Verbandspräsident Matjaz Rakovec als «historischer Erfolg» einstuft.

Ein Land mit nur gerade zwei Millionen Einwohnern, ein Land, in dem nur etwas mehr als 100 Spieler (ohne Junioren) aktiv sind, ein Land mit nur gerade sieben Eishallen. Und ein Land, das erst seit 1991 selbstständig ist, dessen Eishockeybewegung ganz unten anfangen musste. Und die es bis nach Sotschi geschafft hat. Auf ihrer Brust tragen die Slowenen einen Luchs. «Diese Tiere sind klein, lieblich anzuschauen – aber sie haben gefährliche Krallen», sagt Rakovec. An der WM sind seine Luchse noch sieglos. Gestern holten sie beim 2:3 nach Verlängerung gegen die Dänen immerhin den ersten Punkt.

Dreimal Kopitar

Zu Zeiten Jugoslawiens hiessen die Eishockey-Helden Rudi Hiti oder Gorazd Hiti, heute steht ein Name für Sloweniens Eishockey: Kopitar. Vater Matjaz ist Nationaltrainer, sein Sohn Anze Stanley-Cup-Sieger mit den Los Angeles Kings. Der jüngere Sohn Gasper stürmt in der zweithöchsten schwedischen Liga. Und sorgte dafür, dass die Leute im beschaulichen Mora einen Star zum Anfassen bekamen: Er lockte Bruder Anze während des Lockouts in sein Team. Der NHL-Stürmer hinterliess einen bleibenden Eindruck: Er erzielte in 31 Partien 34 Skorerpunkte (10 Tore).

Anze Kopitar ist die Ausnahme, die andern Slowenen treten eher in einer ähnlichen Umgebung wie Gasper Kopitar auf: in kleineren Ligen. In der Ukraine, in Kroatien, in Österreich, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Italien, in der Heimat – aber auch in der höchsten schwedischen Serie. Verteidiger Ziga Pavlin war in dieser Saison Teamkollege von Martin Gerber bei Rögle.

Das Talent in Sloweniens Mannschaft ist durchschnittlich. Das Teamwork, die Organisation und das Engagement aber überdurchschnittlich. Davon zeugen die Tränen der Freude. (jch)

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