Zum Hauptinhalt springen

Trendwende im Tourismus

Zürich. Die Zahl der Hotelübernachtungen in der Schweiz ist 2013 erstmals seit zwei Jahren wieder gestiegen. Die Anzahl der Logiernächte von Gästen aus europäischen Ländern ist aber immer noch deutlich tiefer als vor einigen Jahren.

Die Stärke des Schweizer Frankens ge­gen­über dem Euro und anderen Währungen hat dem Schweizer Tourismus in den vergangenen Jahren zugesetzt. Die Anzahl Logiernächte von Gästen aus Europa ist seit 2010 um 13 Prozent eingebrochen. Jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab: Im vergangenen Jahr wurde bei dieser Gästegruppe erstmals wieder eine leichte Zunahme der Übernachtungen verzeichnet. Insgesamt ist die Zahl der Hotelübernachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 35,6 Millionen angestiegen, wie gestern an einer Medienkonferenz von Schweiz Tourismus, Hotellerie Suisse und dem Bundesamt für Statistik (BFS) bekannt gegeben wurde. Besonders stark gestiegen sind die Übernachtungszahlen in den Monaten Juni, Juli und August.

«Grüezi Deutschland»

Um jeweils über 20 Prozent zugenommen haben Übernachtungen von Gästen aus China und den Golfstaaten. Mit 1,8 Prozent vergleichsweise bescheiden ist hingegen das Wachstum der Logiernächte von Gästen aus europäischen Ländern ausgefallen. «Es muss uns gelingen, die Gäste aus Europa zurückzugewinnen», sagte Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, dazu. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen vor allem Gäste angesprochen werden, welche die Schweiz von früheren Besuchen her bereits kennen. Ein besonderer Schwerpunkt soll mit der Werbekampagne «Grüezi Deutschland» gesetzt werden, die auf die Wintersaison 2014/15 lanciert wird.

Deutschland ist für den Schweizer Tourismus der wichtigste Auslandmarkt. Im vergangenen Jahr gingen 4,6 Millionen Hotelübernachtungen auf das Konto von Gästen aus dem nördlichen Nachbarland – rund ein Fünftel weniger als im Jahr 2010, also bevor sich die Auswirkungen der Frankenstärke voll bemerkbar machten.

Um wieder vermehrt deutsche Touristen in die Schweiz zu holen, will Schweiz Tourismus vor allem zwei Zielgruppen ansprechen: Frauen als «immer wichtiger werdende Entscheidungsträger punkto Ferien» und sogenannte «Best Ager», also über 50-Jährige, da diese besonders kaufkräftig und reisefreudig sind.

Wallis tanzt aus der Reihe

Von der Zunahme der Logiernächte im vergangenen Jahr konnten bis auf zwei Ausnahmen alle Schweizer Tourismusregionen profitieren. Den stärksten Zuwachs im Vergleich zu 2012 verzeichnete die Genferseeregion. Einen Rückgang hinnehmen mussten die Ostschweiz (–0,3 Prozent) und vor allem das Wallis (–2,5 Prozent).

Dass die Zahl der Logiernächte im Kanton Wallis entgegen dem schweizweiten Trend deutlich gesunken ist, dürfte unter anderem auf eine Mitgliederaktion der Raiffeisenbanken im Jahr 2012 zurückzuführen sein. Die Gruppe bot ihren über 1,8 Millionen Genossenschaftern stark vergünstigte Ausflüge und Übernachtungen im Wallis an. Im Zusammenhang mit der Aktion wurden rund 140 000 Logiernächte registriert. Im vergangenen Jahr wurden im Wallis rund 100 000 Logiernächte weniger verzeichnet als 2012.

In der Region Zürich stieg die Zahl der Hotelübernachtungen 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf rund 5,5 Millionen. Zürich ist damit, wie bereits im Jahr 2012, die stärkste Schweizer Tourismusregion.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch