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Trinker behindern die Rettungsdienste

zürich. Immer öfter müssen die Sanitäter der Stadt Zürich ausrücken, um am Wochenende betrunkene Jugendliche aufzusammeln. Dies blockiert Ambulanzen und Mitarbeiter, die dann für ernsthafte Einsätze fehlen.

«Taxi 144» heisst der neuste Auswuchs der 24-Stunden-Gesellschaft, mit dem die Sanitäter von Schutz & Rettung Zürich (SRZ) derzeit kämpfen: Immer öfter kommt es vor, dass Jugendliche im Ausgang einen betrunkenen Kollegen von einer Ambulanz abholen lassen, weil sie sich nicht um ihn kümmern wollen. Die vermeintlichen Patienten landen dann auf der Notfallstation des Spitals, obschon sie gar keine medizinische Betreuung bräuchten, sondern nur ein Bett, um ihren Rausch auszuschlafen. Laut einem ehemaligen SRZ-Mitarbeiter sind an Wochenenden inzwischen bis zur Hälfte aller Nachteinsätze «Taxi 144»-Fahrten.

Für die Rettungsdienste hat das weitreichende Konsequenzen. Denn die missbräuchlichen Anrufe bei der Ambulanz führen zu Engpässen bei Personal und Einsatzfahrzeugen. Sind diese nämlich unterwegs, um irgendwo vor einem Club einen Betrunkenen aufzulesen, stehen sie nicht mehr für echte Notfälle zur Verfügung, wo sie aber eigentlich viel dringender gebraucht würden. Das münde ­bisweilen in eine «krampfhafte Suche» nach einer freien Ambulanz, die kurzfristig umdisponieren und beispielsweise einen Unfall abdecken kann.

Der Kommunikationschef von Schutz & Rettung bestätigt eine Zunahme alkoholbedingter Einsätze. Genaue Zahlen will er aber erst an einer auf Freitag anberaumten Medienkonferenz bekannt geben. Seite 21

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