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Triumph der Jugend

Rosa Chutor. Kurz vor ihrem 19. Geburtstag kürte sich Mikaela Shiffrin zur jüngsten Slalom-Olympiasiegerin. Die Amerikanerin siegte vor Marlies Schild und Kathrin Zettel.

Auf den ersten zwei Plätzen zeigte die Rangliste am Ende das in weiten Kreisen erwartete Bild. Der zum Generationenduell hochstilisierte Zweikampf zwischen Mikaela Shiffrin und Marlies Schild fand freilich nicht statt. Zu stark fuhr Shiffrin im ersten Lauf, in dem sie die Konkurrenz um 49 Hundertstel und mehr distanzierte und die Weichen bereits auf Sieg stellte.

Die 14 Jahre ältere Salzburgerin wies als Sechste nach halbem Pensum einen Rückstand von 1,34 Sekunden auf – eine zu grosse Hypothek, um bei ihrem letzten Rennen an Olympischen Spielen nach Silber und Bronze zum ersten Mal Gold im Slalom zu gewinnen. Silber hatte sie zudem 2006 in der Kombination geholt. Trotz Bestzeit im Final fehlte ihr in der Endabrechnung doch eine gute halbe Sekunde auf die neue Olympiasiegerin. «Ich habe so viele Rennen gewonnen, bin Weltmeisterin und habe vier Olympiamedaillen. Da darf man wirklich nicht jammern. Silber ist wirklich super», sagte die Freundin von Benjamin Raich, deren neun Jahre jüngere Schwester Bernadette bei Halbzeit noch Vierte war, im Final aber ausschied.

Mit ihren 18 Jahren und 346 Tagen löste Weltmeisterin Mikaela Shiffrin die Italienerin Paoletta Sforza-Magoni als jüngste Olympiasiegerin im Slalom ab. Die Italienerin hatte 1984 in Sarajevo im Alter von 19 Jahren und 6 Monaten triumphiert. Überhaupt erst zwei Skifahrerinnen haben so jung bei Olympia triumphiert: die Schweizerinnen Marie-Theres Nadig und Michela Figini.

«Ein Traum wurde wahr», jubelte die erste amerikanische Slalom-Olympiasiegerin seit 1972 und Barbara Cochrans Goldmedaille in Sapporo. Der Teenager aus Colorado hat im Slalom nun bereits alles gewonnen, und sollte sie ihre Karriere noch um ein paar Jahre in diesem Stil fortsetzen, dürfte auch Schilds erst in dieser Saison aufgestellter Allzeitrekord von 35 Weltcupsiegen im Slalom dereinst ins Wanken geraten. Siebenmal hat Shiffrin bisher schon gewonnen.

Zettels Tränen

Mit Bronze sicherte sich Kathrin Zettel ihr erstes olympisches Edelmetall nach WM-Gold in der Super-Kombination (2009) und WM-Silber im Slalom (2011). «Jetzt bricht alles aus mir raus, ich habe harte Tage hinter mir», so die Niederösterreicherin, deren Grossmutter am Dienstag gestorben war, unter Tränen.

Zettel machte wie Schild noch vier Ränge gut und sorgte dafür, dass Titelverteidigerin Maria Höfl-Riesch als Vierte bei ihrem letzten Olympiaauftritt nach Gold in der Super-Kombination und Silber im Super-G leer ausging. Auch die Doppelolympiasiegerin Tina Maze lag bei Halbzeit als Dritte noch auf Medaillenkurs, fiel aber im Final noch auf den 8. Platz zurück. (red/si)

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