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Trommeln im Takt für Werk 1

Von rechts bis links und vom Arbeitgeber- bis zum Mieterverband rühren 20 Gruppen die Werbetrommel für den Gestaltungsplan, über den Winterthur im März befindet.

«So viele Gruppierungen und ihre Logos habe ich noch nie auf einem Plakat gesehen.» Das sagt einer, der seit 30 Jahren im Politbetrieb mitmischt, der FDP-Präsident und Kantonsrat Dieter Kläy. Fast alle Lokalparteien unterstützen den Gestaltungsplan Werk 1, dazu der Mieterverband und die Wohnbaugenossenschaften, der VCS und der Heimatschutz, Handelskammer und KMU-Verband, SIA und Standortförderung. Sie alle finden «Ja zum Sulzer-Areal». So steht es auf Plakaten und Flugblättern. Deren Druckkosten werden von der Arealbesitzerin übernommen: 10 000 Franken zahle Implenia in die Komiteekasse, das gesamte Werbebudget betrage 25 000 Franken. Das war gestern am Rand der Medienkonferenz des Komitees zu erfahren. «Ein cleveres Fahrtenmodell» Zwei Parteipräsidenten, eine Gemeinderätin und die Präsidentin des Verbands der Wohnbaugenossenschaften erklärten aus verschiedenen Warten, weshalb der Gestaltungsplan ein guter Kompromiss und gut für die Stadt sei. Reto Diener (Grüne) nannte die Verkehrslösung ein «cleveres Fahrtenmodell» mit «wirkungsvollen Sanktionsmöglichkeiten». Jedes Auto, das sich nicht an die vorgegebene Anzahl Fahrten hält, kostet zunächst 5 Franken. Diener verschwieg nicht, dass er und die Grünen gerne noch weniger Parkplätze gehabt hätten als die Maximalzahl von 630. «Aber man muss die Grössenordnung des Projekts sehen und die vielen sich widersprechenden Interessen. Also musste man Kompromisse suchen – zu denen stehen wir.» Diener widersprach überdies seinem Parteikollegen, dem Referendumsführer Hans Sigg: «Das Areal ist keineswegs vogelfeindlich, im Gegenteil.» Hochhäuser seien nicht per se eine Gefahr für Vögel, und am konkreten Ort würden sogar Nisthilfen gebaut. Zudem werde mit den Grünräumen und Bäumen einiges für die Biodiversität und für Vögel gemacht. «Bezahlbare Wohnungen» Doris Sutter vom Verband Wohnbaugenossenschaften Winterthur strich den Vertrag ihres Verbands mit Implenia besonders heraus: «Er stellt sicher, dass rund hundert gemeinnützige Wohnungen gebaut werden mit bezahlbaren Mieten.» Genossenschaften hätten bereits Interesse angemeldet. SP-Gemeinderätin Christa Benz lobte die fest eingeplanten öffentlichen Aussenräume. Diese werden von Implenia gestaltet und gebaut und fixfertig der Stadt übergeben. Der grösste Platz soll Dialogplatz heissen und an den Arbeitsfrieden von 1937 erinnern. Punkto Grösse und Bäume sei er mit dem Graben vergleichbar. Für den Unterhalt der Aussenräume zahlt Implenia der Stadt sechs Millionen Franken, was für 20 bis 30 Jahre reiche. Benz listete diese Leistungen unter dem Titel Mehrwertausgleich auf, ebenso den tiefen Preis für die Halle 53. Dieter Kläy (FDP) schliesslich nannte die neue Bebauung einen «Impuls für die Winterthurer Wirtschaft»; rund 500 Millionen Franken Investitionen würden ausgelöst. Es sei «der fünfte, letzte und strengste Gestaltungsplan im Sulzer-Areal». Man habe erreicht, dass das Topgeschoss im Hochhaus öffentlich sei. mgm

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