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Trotz Cho und «Wacki»

belgrad. An der Frauen-WM im Handball stehen heute die Viertelfinals an. Es fehlt – trotz «Schweizer» Hilfe – Südkorea.

In letzter Sekunde brachte Jelena Eric die 12 000 in Belgrads Kombank Arena zum Schreien: Die 34-jährige Rückraumspieler versenkte den letzten Wurf zu Serbiens 28:27-Sieg im WM-Achtelfinal gegen die Südkoreanerinnen. Für die Handballerinnen des Gastgeberlandes war es der bisher grösste WM-Triumph: Noch nie zuvor konnten sich die Serbinnen unter den Top 8 der Welt klassieren. Im Viertelfinal wartet nun aber Norwegen, der Titelverteidiger und Olympiasieger.

Die Südkoreanerinnen dagegen, die 22 Sekunden vor Schluss des Achtelfinals ausgeglichen hatten, scheiterten zum wiederholten Mal knapp an einem grossen Turnier. An den Olympischen Spielen 2012 in London hatten sie die Partie um die Bronzemedaille gegen Spanien nach zwei Verlängerungen 29:31 verloren. Ihr Trainer damals (sowie beim 11. WM-Rang 2011) war Jae-Won Kang, der langjährige Meistermacher von Pfadi Winterthur.

Inzwischen ist Kang nicht mehr Frauen-Nationaltrainer seines Heimatlandes. Das Angebot des südkoreanischen Verbandes, die Männerequipe zu übernehmen, lehnte er ab, weil er vom Potenzial der Mannschaft nicht überzeugt war. Kangs Nachfolger bei den Frauen wurde jener Mann, der die Südkoreanerinnen an den Olympischen Spielen 2004 und 2008 zu Silber und Bronze geführt hatte: Young-Chul Lim (53), selbst ein ehemaliger Nationalspieler. An der WM in Serbien stehen ihm zwei «Schweizer» als Assistenten zur Seite: Chi-Hyo Cho, zwischen 1996 und 2004 sechsmal Schweizer Meister mit Pfadi Winterthur sowie dreifacher Olympiateilnehmer, und Suik-Houng Lee, der ehemalige Nationaltorhüter, den sie zu seinen erfolgreichen Zeiten bei Wacker Thun liebevoll «Wacki» nannten. Cho war in der letzten Saison (Spieler-)Trainer des Erstligisten SG Seen Tigers/Yellow.

Deutsche Siegesserie

Mag sein, dass Serbiens Höhenflug im Viertelfinal gegen die Norwegerinnen ein Ende findet. Ebenfalls im Hoch fühlen sich die Deutschen: Sie reihten im sechsten Einsatz ihren sechsten Turniersieg an, indem sie im Viertelfinal Angola 29:21 bezwangen. Damit nahmen sie an den Afrikameisterinnen Revanche für die 22:25-Niederlage im letzten Vorrundenspiel der WM 2011 in Brasilien, worauf sich Deutschland mit dem 17. Schlussrang begnügen musste. In Serbien nun stehen die Deutschen zum ersten Mal seit 2007 wieder in einem WM-Viertelfinal. Dort trifft der EM-Siebte heute auf den EM-Fünften Dänemark, der überraschend Montenegro, den Europameister und Olympiazweiten, 22:21 ausgeschaltet hat.

Rechtzeitig auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro melden sich die Brasilianerinnen in der Weltspitze. Sie überzeugten bislang, ihnen fehlt noch der Sieg über den EM-Dritten Ungarn, um zum ersten Mal überhaupt in einen WM-Halbfinal vorstossen zu können. An ihren Heim-Titelkämpfen 2011 hatten sie ihr bisheriges Bestergebnis, Platz 5, geschafft.

Im Viertelfinal zwischen Polen und Frankreich sind die Französinnen, die WM-Zweiten, favorisiert. Die Polinnen spielen um ihre beste Klassierung seit Jahrzehnten – nachdem sie 1973 WM-Fünfte geworden waren. (ust)

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