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Trotz Kritik: Ja zum Gestaltungsplan

Das Gewerbeareal Moos kann neu überbaut werden – vorausgesetzt, der Kanton stimmt dem Gestaltungsplan zu und die Gemeindeversammlung der nötigen Zonenplanänderung.

Der Historische Verein Weisslingen hatte nichts gegen den Privaten Gestaltungsplan «Gewerbezentrum Moos» einzuwenden. Das machte dessen Präsident Rudolf Bolliger am Montagabend an der Gemeindeversammlung vor 133 Anwesenden auch deutlich. Er äusserte jedoch den Wunsch, beim sogenannten Herrenhaus an der Dorfstrasse 12 besondere Vorsicht walten zu lassen. In dem 200 Jahre alten Gebäude befänden sich historisch wertvolle Objekte, etwa eine Etagentreppe im klassizistischen Stil. «Der Gemeinderat soll deshalb dafür sorgen, dass bei einem Rückbau die wertvollen Elemente ausgebaut und erhalten bleiben», sagte er. Die Schaffhauser Plusimmo AG, Eigentümerin des Gewerbeareals, beabsichtigt, auf dem ehemaligen Spinnereiareal neuen Gewerbe- und Wohnraum zu erstellen. Das Herrenhaus müsste der Überbauung weichen. Ein fertiges Bauprojekt liegt zwar noch nicht vor. Angedacht sind aber ein neuer Wohnblock, die Aufstockung des bestehenden Hauptbaus sowie ein Neubau im südlichen Teil des Areals. Roy Pagno, Mitglied der Geschäftsleitung der Plusimmo AG, zeigte sich empfänglich für das Anliegen des Historischen Vereins. «Wir wollten schon immer einen Mehrwert für die Gemeinde schaffen und das Areal optimieren», sagte er. Im jetzigen Zustand sei das Haus zwar nicht erhaltenswert. «Aber wo es Sinn macht, lasse ich Objekte persönlich ausbauen», versprach er. Denkmalpflegerisch abklären Ortshistoriker Robert Widler war einer von jenen, die während der öffentlichen Auflage eine Einwendung gegen den Gestaltungsplan verfasst haben. An der Gemeindeversammlung bemängelte er etwa, dass diese und die anderen nicht im Weisungsbüchlein aufgeführt waren. Sein Hauptanliegen: Das Herrenhaus sei denkmalpflegerisch abzuklären und ins Inventar für schützenswerte Objekte aufzunehmen. Ein solches ist in Planung und soll bis 2017 erstellt werden. Auch konnte Widler nicht nachvollziehen, weshalb er keinen Antrag auf Rückweisung des Gestaltungsplans stellen konnte. Hier machte Gemeindepräsident Martin Rüegg aber deutlich: «Zum Gestaltungsplan können Sie nur Ja oder Nein sagen.» Ein weiterer Votant bemängelte, dass Änderungen am Gestaltungsplan ebenfalls nicht möglich waren. Er hätte das Haus an der Dorfstrasse 14 gerne dem Perimeter zugeschlagen. Sonst könne man nicht kontrollieren, «was dort passiert». Trotz der kritischen Voten kam der Gestaltungsplan schliesslich grossmehrheitlich durch. Widler behielt sich vor, gegen die Versammlungsführung Einsprache zu erheben. Geändert werden soll auch der Zonenplan. Das Areal liegt heute in der Kern-, Zen­trums- und Wohnzone. Das ganze Gebiet soll der Zen­trumszone zugeschlagen werden. Dar­über befindet die Gemeindeversammlung im März. Die kantonale Vorprüfung dieses Geschäfts habe länger gedauert, sagt Gemeindeschreiberin Käthi Schönbächler auf Nachfrage – deshalb die zeitliche Verschiebung.

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