Zum Hauptinhalt springen

Trotz Ladeverbots: Soldat schiesst Kollegen nieder

Auf dem Flugplatz Dübendorf hat sich ein Schuss aus einer Armeepistole gelöst und den Oberkörper eines Wachsoldaten durchschlagen. Dabei sind geladene Waffen im Dienst seit Jahren verboten.

Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sollte nicht passieren, was sich in der Nacht auf Freitag auf dem Militärflugplatz Dübendorf ereignet hat. Zwar tragen Soldaten, die mit der Armeepistole Wachdienst schieben, ein volles Magazin in der Waffe, wie Laurent Savary, der stellvertretende Kommunikationschef der Luftwaffe, gestern auf Anfrage sagte. Die Pistole ist aber nicht schussbereit, weil die Wehrmänner keine Ladebewegung durchführen dürfen, solange keine Gefahr droht.

Trotzdem ist auf dem Flugplatz kurz nach Mitternacht ein Wachsoldat von einem Schuss getroffen worden, der sich aus der Waffe eines Dienstkollegen gelöst hatte. Die Kugel durchschlug den Oberkörper des Mannes. Er lag gestern schwer verletzt im Spital. Sein Zustand sei aber stabil, sagte Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz. Wie es zum Vorfall kommen konnte und wie viele Personen zu jenem Zeitpunkt vor Ort waren, ist noch unklar. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eröffnet.

Serie von ungewollten Schüssen

Wehrmänner im Wachdienst dürfen seit September 2009 ihre Waffe nicht mehr durchladen, sie sind aber mit einem Pfefferspray ausgerüstet. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hatte damals die geladene Waffe zur Ausnahme erklärt. Die strengeren Regeln wurden eingeführt, weil es nach der Einführung des Wachdienstes mit durchgeladener Waffe Anfang 2008 zu acht ungewollten Schussabgaben gekommen war. Von den Schüssen getroffen wurde niemand.

Trotz neuer Regeln bleibt es dem Kommandanten freigestellt, aufgrund seiner Lagebeurteilung Ausnahmen anzuordnen. Das ist jedoch nur in einer konkreten Gefahrensi­tua­tion möglich, wie etwa der Bedrohung durch einen Terroranschlag.

Soldaten bewachten Flugzeuge

Bei den beiden in den Dübendorfer Vorfall involvierten Soldaten handelt es sich um Durchdiener, junge Männer, die ihre Dienstpflicht am Stück leisten. Sie befinden sich in der 27. Woche auf dem Flugplatz, wo sie die zivile Wache unterstützen. Für diese Aufgabe sind sie laut der Luftwaffe speziell ausgebildet worden. Das Gelände wird rund um die Uhr bewacht wie auf allen Militärflugplätzen. Die militärische Nutzung steht zwar in Dübendorf seit Jahren zur Debatte. Zurzeit sind dort aber nach wie vor Maschinen der Luftwaffe stationiert, dar­un­ter diverse Schulflugzeuge des Typs PC-7 und ein He­li­ko­pter des Typs Super Puma. (sda/hub)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch