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Trotz Pflege im Dorf zu Hause bleiben

Viele Menschen möchten auch im Alter in ihrem Dorf bleiben. Wiesendangen plant dar­um zwei Pflegewohngruppen. Am 17. September befindet das Stimmvolk darüber.

Nahe bei Angehörigen, Freunden und Nachbarn zu sein, ist für viele Pflegebedürftige wichtig. Doch nicht immer haben sie die Gelegenheit, im eigenen Dorf zu bleiben. So müssen auch die Wiesendanger Seniorinnen und Senioren nach Seuzach ins Pflegezentrum Geeren. Dar­um plant die Gemeinde, für 4,8 Millionen Franken an der Schulstrasse zwei neue Pflegewohngruppen einzurichten. «Mit den Wohngruppen wollen wir unser Angebot für das Wohnen im Alter ergänzen», sagt Gemeindeschreiber Hans-Peter Höhener. «Damit können die Menschen, die gerne im Dorf bleiben möchten, hier einen Pflegeplatz erhalten.»

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 17. September entscheidet das Wiesendanger Stimmvolk über das Geschäft. Auf rund 700 Quadratmetern Fläche im Erdgeschoss des Neubaus der Genossenschaft Alterswohnungen Wiesendangen (GAW) sollen die zwei Wohngruppen entstehen. Mit 15 Zimmern würden sie 15 bis 18 Pflegeplätze bieten. «Die Wohngruppen sind gemütlicher und der Betrieb überschaubarer als in einem Pflegeheim», meint Höhener. «Das kommt einigen Menschen sicher entgegen, die sich in grossen Einrichtungen nicht so wohlfühlen.» In der Pflegewohngruppe können sich die Bewohner ausserdem bei Hausarbeiten, wie zum Beispiel beim Kochen, einbringen. «Das ist natürlich freiwillig, aber die Erfahrungen in ähnlichen Wohngruppen in Winterthur oder Räterschen zeigen, dass diese Möglichkeit sehr geschätzt wird», sagt Höhener.

Geschäfte hängen zusammen

Um einen professionellen Betrieb zu gewährleisten, will die Gemeinde einen Vertrag mit der Gemeinnützigen Stiftung Eulachtal (GSE) abschliessen. Diese betreibt verschiedene Einrichtungen wie das Pflegezentrum in Elgg oder das Zen­trum Sonne in Räterschen. «Als Gemeinde können wir die Wohngruppen nicht selbst betreiben», erklärt Höhener. «Für eine Einrichtung dieser Grösse wäre der administrative und personelle Aufwand viel zu gross, um wirtschaftlich zu sein.» Dar­um habe man entschieden, die Infrastruktur für die Wohngruppen an die GSE zu vermieten.

Doch die Gemeinde wäre wiederum selbst nur Mieterin der Wohnungen. Als Bauherrin würde die GAW auf­tre­­ten. Diese plant, an der besagten Adre­s­se 18 zusätzliche Alterswohnungen zu bauen. Sie würde die Räume für die zwei neuen Pflegewohngruppen an die Gemeinde vermieten. «Damit gewährleisten wir, dass die Zuständigkeit für die Wohngruppen bei der Gemeinde liegt», sagt Höhener. Doch ob der Neubau überhaupt entsteht, liegt in der Hand des Stimmvolks. Dieses muss am 17. September auch über die Erteilung des Baurechts für das Land an der Schulstrasse befinden. «Die beiden Geschäfte hängen zusammen», sagt der Gemeindeschreiber. «Denn im Baurechtsvertrag wird auf die Wohngruppen Bezug genommen. Ohne diese könnte der Vertrag nicht vollzogen werden.» Der Zins für das Baurecht wird aufgrund eines Landwerts von rund 2,1 Millionen Franken berechnet. Auf den marktüblichen Quadratmeterpreis von 800 Franken wird für die ersten 10 Jahre eine Reduktion von 40 Prozent gewährt. Sollten beide Geschäfte angenommen werden, könnten die Wohngruppen voraussichtlich 2015 bezogen werden.

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