Winterthur

Trotz Quoten-Auftrag kein Vorrang für Frauen

Bei der Neubesetzung der Personalamtsführung will Departementschef Michael Künzle die Frauenquote nicht zur Bedingung machen.

Der Winterthurer Frauenstreik vom vergangenen Monat fand auch  bei der Stadtregierung Gehör. Trotzdem ist Stadtpräsident Künzle nach wie vor gegen Frauenquoten.

Der Winterthurer Frauenstreik vom vergangenen Monat fand auch bei der Stadtregierung Gehör. Trotzdem ist Stadtpräsident Künzle nach wie vor gegen Frauenquoten. Bild: Marc Dahinden

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Mit dem auf Ende Jahr ange­kündigten Abgang der Personalamtschefin Eva Schwarzenbach wird die zurzeit einzige Frau in einer strategischen Schlüsselposition die Stadtverwaltung verlassen.

Mitarbeiterinnen, die am Frauenstreiktag ihre Arbeit für eine Viertelstunde nieder­legten, um Forderungen wie Frauenquoten oder Lohntransparenz zu platzieren, machen sich sorgen: Allgemein fürchten sie, dass ihre Protestrufe ungehört verhallen, und ganz konkret, dass der vakante Chefposten von einem Mann übernommen wird.

«Ich finde es eine falsche Grundhaltung, sich wegen der möglichen Besetzung durch einen Mann zu sorgen»Michael Künzle

Die Stadtregierung hat im April vom Parlament den Auftrag erhalten, eine Frauenquote in Kaderpositionen von mindestens 35 Prozent anzustreben. Die Sorge müsste also unnötig sein.

Nach den Sommerferien

Tatsächlich möchte der für die Stellenbesetzung zuständige Departementschef und Stadtpräsident Michael Künzle jedoch die Quote nicht zur Bedingung machen und findet es «eine falsche Grundhaltung, sich wegen der möglichen Besetzung durch einen Mann zu sorgen». Er wolle die Beste oder den Besten unter den Bewerbenden, «auch für die Mitarbeitenden», und diesbezüglich eine sorgsame Auswahl treffen.

Die Stelle wird nach den Sommerferien ausgeschrieben. Etwa gleichzeitig will der Stadtrat zu den Forderungen des Frauenstreiks Stellung nehmen (Mehr dazu hier).

Erstellt: 17.07.2019, 15:02 Uhr

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