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Trübe Aussichten für Schweizer Industrie

BERN. Weniger Bestellungen, anhaltender Preisdruck, erodierende Margen: Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) leidet stärker unter der Euro- Krise als andere Branchen.

Hans Hess bemühte sich an der traditionellen Halbjahreskonferenz des Verbandes gestern, auch das Positive der momentanen Wirtschaftslage für seine Branche herauszustreichen. Doch die Ausführungen des Swissmem-Präsidenten fielen wenig überzeugend aus: «Es gibt durchaus Betriebe, denen es gut geht», sagte er. Oder auch: «Die Si­tua­tion ist nicht mehr ganz so akut.»

Die negativen Meldungen der Schweizer Industrie überwiegen. Die Auftragseingänge gehen zurück, die Umsätze stagnieren, die Margen schmelzen aufgrund des hohen Preisdrucks dahin und der Ausblick des Branchenverbands Swissmem auf die nahe Zukunft ist düster. «In sehr vielen Unternehmen ist die Si­tua­tion nicht gut, ja sogar katastrophal», sagte Hess. «Sie leben derzeit von ihrer Substanz.» Dar­um müsse er hier ein klares Ausrufezeichen setzen: «Die Zitrone ist in diesen Firmen nahezu ausgepresst.»

Flächendeckendes Phänomen

Im ersten Halbjahr verzeichneten die bei Swissmem gemeldeten Firmen 11,1 Prozent weniger Bestellungen. 69 Prozent der Schweizer MEM-Firmen mussten einen Auftragsrückgang hinnehmen. Dieses flächendeckende Phänomen stimme nachdenklich, sagte auch der Direktor des Branchenverbands, Peter Dietrich. Die Umsätze stiegen im ersten Halbjahr 2012 zwar leicht um 1,4 Prozent an. Allerdings hinken die Umsätze zwei bis drei Quartale hinterher und bereits meldeten 59 Prozent der Firmen negative Umsatzzahlen. Die Exporte brachen speziell in den Krisenländern wie Spanien (–26,5 Prozent) und Italien (–15,4 Prozent) ein. Aber auch nach Frankreich lieferten Schweizer Firmen deutlich weniger Waren. Insgesamt schrumpften die Ausfuhren in die EU um 7,4 Prozent. Die EU ist mit einem Anteil von über 60 Prozent der mit Abstand grösste Markt. (sda)

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