Zum Hauptinhalt springen

Tschechows Sprachrohr

Weidmoos. Der Übersetzer Peter Urban ist am 9. Dezember 72-jährig in hessischen Weidmoos gestorben.

Der Slawist Peter Urban, einer der bekanntesten deutschen Übersetzer und Herausgeber russischer, serbokroatischer und tschechischer Literatur, habe sich besondere Verdienste durch seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Werk von Anton Tschechow (1860–1904) erworben, schreibt der Diogenes-Verlag, der seit 1973 die Tschechow-Edition herausgibt. Urban habe mit seinen Neuübersetzungen die deutsche Tschechow-Renaissance eingeläutet. Ab den späten 60er-Jahren hat Urban erst die Dramen wie «Die Möwe» und «Der Kirschgarten» übersetzt, dann auch Briefe und Erzählungen in einer einzigartig schlanken und textgetreuen Sprache. Auch Werke von Isaak Babel, Daniil Charms, Alexander Puschkin, Iwan Turgenew und Nikolai Gogol hat Urban in die deutsche Sprache übertragen.

Geboren wurde Peter Urban 1941 in Berlin. Nach dem Studium der Slawistik, Germanistik und Geschichte in Würzburg und Belgrad war er Lektor für slawische Literaturen im Suhrkamp-Verlag. 1969 gehörte er zu den Mitbegründern des Frankfurter Verlags der Autoren. Von 1974 bis 1977 ar­bei­te­te er als Hörspieldramaturg beim WDR in Köln. Von 1977 bis 1989 war er Geschäftsführer und Lektor im Frankfurter Verlag der Autoren, danach ar­bei­te­te Urban als freier Schriftsteller und Übersetzer. Urban erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, unter anderem den Übersetzerpreis der Akademie für Sprache und Dichtung. (sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch