Zum Hauptinhalt springen

Tu die Sonne in das Kino

Das Cinéma solaire ist wieder unterwegs. Neu wird in der Stadt auch der Lagerplatz bespielt. Im Programm Filme mit Gregory Peck, kleinen Wichten und anderen Wimmelbildern.

Wie der Sommer kommt auch das Cinéma solaire regelmässig in die Stadt. Das hat auch mit der Technik dieser Unternehmung zu tun: Man nennt sie Schildbürgertechnik. Der geschichtliche Hintergrund hierzu: Schon die Schildbürger versuchten, für ihr finsteres dreieckiges Rathaus Licht in Kisten einzufangen, um es (natürlich) zu erhellen. Und so tut man es auch heute: Solarzellen sammeln tagsüber die Ener­gie­ des Sonnenlichts, die am Abend zum Betrieb des Projektors notwendig ist, das macht das Unternehmen «zum wahrscheinlich ener­gie­effizien-testen Open-Air-Kino der Schweiz». Und im Unterschied zu den Schildbürgern funktioniert diese Technik auch heute tadellos. Reto Schmid aus Bern und der Winterthurer Christof Seiler haben diese Idee entwickelt. Seit 2007 ist ihr Cinéma solaire unterwegs in Dörfern und auch Städten. Neu kann auch auf dem Weg dazwischen zusätzlich Ener­gie­ getankt werden. Tu die Sonne in den Tank. Heraus kommt grosses Kino. Im Programm finden sich dieses Jahr: der Film «Medianeras» von Gustavo Taretto, eine Liebesgeschichte zwischen Häusermauern aus Argentinien, dann «To Kill a Mockingbird» mit Gregory Peck und Srdjan Dragojevics «Parada», beides schöne Filme über gute Menschen, die die Welt besser machen. «Roman Holiday» ist der absolute Lieblingsfilm über die Leichtigkeit eines Sommers in Rom, Audrey Hepburn spielt hier eine Prinzessin, die die Welt auf einer Vespa zu erfahren beginnt. Vom Grabenplatz wechselt das Cinéma solaire dann auf den Lagerplatz, was ein Neuzugang in Sachen Open-Air-Kino ist – dort gibt es ein Best of Kurzfilmtage, «Bullit», «Searching for Sugar Man», «No» und als Kindervorführung in der Bühnerei den japanischen Animefilm «Arrietty» aus den Ghibli-Studios. Das grosse Kino hat zwischen zwei Bäumen Platz, und wenn es keine Bäume gibt, dann halt zwischen zwei Pfosten – jedenfalls: VIP-Plätze oder sonstige Extrawürste kann man sich gleich abschminken. Das Einfache funktioniert im Cinéma solaire immer am besten. Also: Das Publikum nimmt mit, was es für einen solchen Abend braucht: Stühle, Wolldecken und vielleicht auch etwas fürs Picknick – Catering ist einmal ein Fremdwort, wie auch Merchandising, Ticketing. Der Eintritt ist frei – eine Kollekte gibts am Schluss. Manchmal kommen drei Menschen zur Vorführung. Dann sind es wieder dreihundert», sagt Reto Schmid – je nach Laune des Sommers und der Menschen. www.cinema-solaire.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch