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Tunesier unter dringendem Terrorverdacht

In Gefängnis Champ-Dollon wartet ein Tunesier auf seine unmittelbare Ausschaffung. Laut dem Nachrichtendienst gefährdet er aufgrund seiner Kontakte zu ausländischen Terroristen die innere Sicherheit der Schweiz.

Er wollte eigentlich in der Schweiz studieren und hat sich stattdessen hier radikalisiert. Mittlerweile stuft ihn der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) als gefährlich ein. Der 35-Jährige soll in Kontakt mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehen.

Verdächtige Flagge

Am 17. und am 30.Mai letzten Jahres verteilte der Nordafrikaner in der Genfer Innenstadt zusammen mit anderen Ausgaben des Koran, so die Zeitung «Tribune de Genève». Die Aktion ging vom albanischen Islam-Zentrum in Freiburg aus und war von den Genfer Behörden bewilligt worden. Allerdings wehte über dem Stand der Muslime eine spezielle Flagge: nämlich die der Al-Qaida-nahen tunesischen Gruppe Ansar al-Sharia, so die NZZ. Dadurch geriet der Mann in den Fokus des Nachrichtendienstes. Der NDB begann den Mann zu überwachen und riet dem Staatssekretariat für Migration, die Aufenthaltsbewilligung des Tunesiers nicht zu erneuern. Der Grund: Er gefährde durch seine Kontakte zu Terroristen im Ausland die innere Sicherheit der Schweiz. So anerkenne er beispielsweise die Autorität von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi. Das war im September.

Gewalttätiger Fundamentalist

Ursprünglich war der Mann in die Schweiz gekommen, um zu studieren. Gemäss der «Tribune de Genève» versuchte er sich an diversen Masterstudiengängen an Hochschulen in Genf und Neuenburg. Der islamische Fundamentalismus habe ihn über die Jahre immer mehr angezogen. Zugleich sei er seit 2009 mehrmals durch Körperverletzung sowie durch gewalttätiges Verhalten und Beleidigungen gegenüber Beamten aufgefallen. Aufgrund der Informationen erneuerte das Staatssekretariat für Migration Ende November die Aufenthaltsbewilligung nicht. Der Kanton Genf wurde sogar beauftragt, umgehend die Ausschaffung zu organisieren. Doch der Mann tauchte ab. Anfang diesen Jahres wurde er zufällig bei einer Zugkontrolle in Freiburg von der Bahnpolizei identifiziert, festgenommen und am 9.Januar an die Genfer Polizei überstellt. Bei den Behörden dort gebe man sich zum Fall sehr wortkarg, schreibt die «Tribune».

Einzelhaft in Champ-Dollon

Ungewöhnlich sei, dass man ihn nicht in das Gefängnis von Frambois gebracht habe, sondern in die berüchtigte Justizvollzugsanstalt von Champ-Dollon. Dort sitzt er in einer Einzelzelle abseits der anderen Gefangenen ein. Demnächst soll er mit einem Spezialflug unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ausgeschafft werden.

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