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Tyrannenvater weist Vorwürfe als erfunden zurück

Ein kosovarischer Patriarch soll seine Tochter beinahe erhängt haben, weil sie sich mit einem Mann unterhalten hatte. Der Angeklagte gibt lediglich einige Ohrfeigen zu.

Vor Obergericht hinterliess der heute 46-jährige Kosovo-Albaner aus Höri grundsätzlich einen guten Eindruck. Der intelligente Kleinunternehmer konnte auf eine erfolgreiche berufliche Karriere in der Schweiz zurückblicken. 1989 war er alleine eingereist und hatte es mit viel Fleiss zu etwas gebracht. Völlig anders sah es die Staatsanwaltschaft, die den Beschuldigten als brutalen Familien-Tyrannen einstufte.

Im Sommer 2005 soll der Vater, der vor zehn Jahren seine Ehefrau und seine fünf Kinder in die Schweiz holte, seine älteste Tochter in einer Lagerhalle bei Dielsdorf sogar beinahe erhängt haben. Er legte ihr ein Seil um ihren Hals und knüpfte sie an einem Querbalken auf. Er liess sie erst los, nachdem sie das Bewusstsein verloren hatte. Die Staatsanwaltschaft klagte diese Scheinhinrichtung als versuchte vorsätzliche Tötung ein. Tatmotiv: Die damals 21-jährige Tochter hatte sich mit einem Mann unterhalten.

Laut Anklage hatte der Beschuldigte auch das Leben weiterer Kinder massiv gefährdet. In einem Fall, als er während einer Autofahrt zwei seiner Töchter verprügelte. Oder als er seinen 13-jährigen Sohn wegen schlechter Schulleistungen mit beiden Händen bis zur Ohnmacht am Hals würgte. Die 20-jährige Tochter packte er an der Gurgel, da sie eine Prüfung als Pflegefachassistentin nicht bestanden hatte.

Hohe Freiheitsstrafe gefordert

Der Staatsanwalt verlangte für den Beschuldigten eine hohe Freiheitsstrafe von 13 Jahren und lastete ihm auch noch Wirtschaftsdelikte an. So soll er die Konten von drei Kindern geplündert haben. Anders sah es der Pa­triarch. Der Kosovare wies die meisten Gewaltvorwürfe als erfunden zurück. Er gab lediglich einige Ohrfeigen zu. Der Verteidiger forderte weitgehend Freisprüche. Im schlimmsten Fall von Schuldsprüchen sei eine Freiheitsstrafe von höchstens fünf Jahren angemessen.

Da der Angeklagte schon seit Januar 2009 im Gefängnis sitzt, würde er dann ohnehin schon bald frei kommen. Das Urteil folgt am Freitag.

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