Zum Hauptinhalt springen

Tyson Gay und fünf Jamaikaner gedopt

amsterdam. Der amerikanische Sprinter Tyson Gay (30), der Jahresweltbeste über 100 m (9,75), machte seinen Dopingfall gestern Sonntag unter Tränen selber publik. Am Freitag hatte ihn die amerikanische Antidopingagentur dar­über informiert, dass ein Test ausserhalb von Wettkämpfen am 16. Mai «positiv» ausgefallen sei.

Gay zweifelt selber kaum daran, dass die B-Probe den ersten Befund bestätigen wird. «Ich komme nicht mit einer Sabotage-Theorie. Ich komme auch nicht mit Lügen. Fakt ist vielmehr, dass ich Leuten vertraut habe und sie mich hängen gelassen haben.» Welche Sub- stanz gefunden wurde, steht noch nicht fest. Klar ist, «dass ich einen Fehler begangen habe», so Gay. Er könne sich nicht erklären, wie die Substanz in seinen Körper gelangte und wie es zur positiven Kontrolle kommen konnte. Andererseits habe er aber konkrete Vorstellungen davon, wie es sich hätte abspielen können. Gay, der Anfang Juli als Star der Athletissima in Lausanne siegte, verzichtet auf die WM in Moskau und das Diamond-League-Meeting am Freitag in Monaco.

Gay hofft, dass seine Karriere nicht beendet wird: «Was immer mir für eine Strafe aufgebrummt wird, ich werde sie wie ein Mann annehmen.» Er stand bislang noch nie unter Dopingverdacht. Nach einer überragenden Saison 2007 galt er als grosser Favorit auf Olympiagold 2008 in Peking, ehe Usain Bolt das Zepter übernahm. 2009 lief der Amerikaner die 100 m in 9,69, der zweitbesten je erreichten Zeit. Wegen Verletzungen konnte er anschliessend nie mehr in Vollbesitz seiner Kräfte antreten.

Auch Asafa Powell

Fünf Jamaikaner, dar­un­ter zwei Sprinter, die an den Olympischen Spielen Gold holten, sollen ebenfalls gedopt gewesen sein. Zuerst meldete sich der Manager von Usain Bolt zu Wort, sein Schützling stehe nicht unter Verdacht. Etwas später kursierten die Namen: Der frühere 100-m-Weltrekordhalter Asafa Powell und Sherone Simpson sollen wegen verbotener Stimulanzien positiv getestet worden sein, erklärte Paul Doyle, der Agent beider Athleten. Beide seien an den jamaikanischen Meisterschaften gedopt gewesen. Powell, der zuletzt nicht mehr mit den Besten mithalten konnte, gewann Olympia-Staffelgold 2008; Simpson gehörte der Frauenstaffel an, die 2004 Gold und 2012 Silber eroberte. 2008 holte sie Silber über 100 m. (si)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch