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«UBS hilft nicht bei Steuerhinterziehung»

zürich. UBS-Verwaltungsrat Axel Weber wehrt sich gegen Vorwürfe aus Deutschland, seine Bank helfe nach wie vor Kunden bei der Steuerhinterziehung. In dieser Hinsicht gelte bei der UBS Nulltoleranz, sagte er gegenüber dem deutschen Handelsblatt.

Zehn Tage lang wollte die UBS nichts oder fast nichts zur jüngsten Affäre um gestohlene Bankdaten sagen. Gestern hat die Schweizer Grossbank das Schweigen gebrochen. Um gegen sie gerichtete Vorwürfe zu kontern, gewährte sie dem deutschen «Handelsblatt» ein Interview. Dabei schickte die UBS nicht irgendwer vor, sondern mit Verwaltungsratspräsident Axel Weber, der zuvor Chef der deutschen Bundesbank war, gleich ihren besten Mann. Weber nutzte denn auch die Gelegenheit, um sämtlichen Vorwürfen gegen die UBS vehement zu widersprechen. «Die UBS hilft keinem Kunden dabei, sich Steuerpflichten zu entziehen», sagte er. Die Grossbank verpflichte alle ihre Mitarbeiter im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft die gesetzlichen Grundlagen einzuhalten. «Wer dagegen verstösst, wird hart sanktioniert.» Laut Weber hat die UBS bei einer internen Prüfung zudem keine Anhaltspunkte gefunden, die die Vorwürfe bestätigen würden. In einem so grossen Institut wie der UBS könne man jedoch nie ganz Fehlverhalten Einzelner ausschliessen. Sollte dies der Fall sein, gelte jedoch «die Nulltoleranz, bis hin zu fristloser Entlassung».

Weber lässt damit kaum Raum für eine Interpretation, die die gegensätzlichen Darstellungen vereinbar machen würden. Entweder sind die Behauptungen aus Deutschland oder diejenigen der UBS falsch oder veraltet.

Die ganze Affäre ins Rollen gebracht hat Anfang August der Finanzminister des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Norbert Walter-Borjans bestätigte am 9. August, dass das Bundesland vier CDs mit Bankdaten aus der Schweiz gekauft habe. Der zur oppositionellen SPD gehörende Minister gab dabei jedoch nicht bekannt, von welcher Bank oder welchen Banken die Daten stammen sollen. Und auch zum Inhalt der Datenträger schwieg der Minister. Er erwähnte lediglich, dass es Hinweise darauf gebe, dass Schweizer Banken aktiv helfen würden, Gelder von deutschen Kunden nach Fernost zu transferieren.

Deutlicher und konkreter wurde da einen Tag später das Wirtschaftsblatt «Financial Times Deutschland», das sich auf einen Insider aus dem Finanzamt von Walter-Borjans beruft. So sollen laut FTD die Daten von der UBS stammen. Mit den CDs sei zudem zu belegen, dass die Schweizer Grossbank deutschen Kunden helfe, Geld auf Konten in Singapur zu verschieben. Zu den erworbenen Daten sollen zudem Videos gehören, in denen hochrangige Mitarbeiter der UBS erklären, wie deutsche Kunden ihr Geld «steueroptimiert» bei der UBS anlegen können. Für die Existenz und die Aktualität dieser Behauptungen gibt es jedoch weder Beweise noch eine Bestätigung.

Doch diese Beweise fehlen auch auf Seiten der UBS, was jedoch gleich drei Schweizer Bundesstellen klären wollen. So haben laut «Blick» sowohl die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) wie die Bundesanwaltschaft und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SIF) der UBS und anderen Schweizer Banken in dieser Woche entsprechende Fragen gestellt. (jl)

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