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Überraschung und Zitterpartie

wimbledon. Völlig unterschiedlich schlug sich am zweiten Spieltag in Wimbledon die zweite Garde Schweizer Tennisprofi. Während Romina Oprandi einen Überraschungssieg feierte, steht Stanislas Wawrinka kurz vor der nächsten grossen Ernüchterung.

Gegen den Österreicher Jürgen Melzer (ATP 35), den zweitbesten nicht gesetzten Spieler in Wimbledon, musste Stanislas Wawrinka bereits drei Matchbälle abwehren, ehe die Erstrunden-Partie nach 3:26 Stunden beim Stand von 6:3, 6:7 (2:7), 6:2, 4:6, 4:5 (40:40) aus Sicht des Schweizers wegen des Regens unterbrochen werden musste. Bei den drei Matchbällen unmittelbar vor der Regenpause hatte Melzer dreimal einfache Vorhandschläge verzogen. Eine halbe Stunde später wurde die Partie wegen der vorgerückten Stunde auf heute Mittwoch vertagt. Melzer benötigt bei eigenem Aufschlag nur noch zwei Punkte zum Sieg.

Ein frühes Ausscheiden in Wimbledon wäre nichts Neues für den mittlerweile 27-jährigen Romand. In den letzten beiden Jahren scheiterte die Nummer 2 der Schweiz am Rasen-Major-Turnier gegen Denis Istomin (erste Runde 2010) und Simone Bolelli (zweite Runde 2011). Andererseits hatte sich Wawrinka am Wochenende noch «tipptopp» vorbereitet gefühlt, obwohl er auf ein Vorbereitungsturnier verzichtet hatte.

Trotz fehlender Matchpraxis auf ­Rasen hatte Wawrinka gegen Melzer einen Blitzstart hingelegt. Er ging sofort mit einem Break in Führung und führte nach etwas mehr als einer halben Stunde mit einem Satz (6:3) und einem Break (1:0). Im zweiten Satz gab Wawrinka das Diktat aber aus der Hand. Ein schwaches Tiebreak (2:7) leitete den mit Problemen beladenen Abend ein. Wawrinka ging zwar mit einem Zwischenspurt (6:2 nach Breakrückstand) nochmals mit 2:1 Sätzen in Führung, ab dem vierten Satz häuften sich aber die Eigenfehler und vor allem auch die Doppelfehler (13). Im Entscheidungssatz erspielte sich bislang einzig Melzer Breakmöglichkeiten. Die ersten zwei wehrte Wawrinka noch ab (bei 0:0), beim Stand von 2:2 brachte er sein Aufschlagspiel aber gleich zu null nicht mehr durch.

Wie tags zuvor schon Roger Federer beendeten auch Rafael Nadal, Andy Murray sowie Jo-Wilfried Tsonga ihren ersten Einsatz.

Treffen mit Asarenka

Anders als Stanislas Wawrinka hat Romina Oprandi bei Wimbledon 2012 schon fast das Maximum herausgeholt. Die 26-jährige Bernerin überstand erstmals seit der komplizierten Knieoperation vom Februar die Startrunde – obwohl das Knie bei voller Belastung immer noch schmerzt und die Bewegungsfähigkeit noch eingeschränkt ist. Ein ärztliches Okay, überhaupt schon wieder spielen zu dürfen, hat Oprandi noch gar nicht. «Aber zwei der drei Turniere, die ich spielte, waren Majors. Diese Turniere will man nicht verpassen, wenn man das Gefühl hat, spielen zu können.»

Dass sie sogar schon wieder gut spielen kann, bewies Romina Oprandi (WTA 87) gegen die 23 Plätze besser klassierte Rumänin Irina Camelia Begu. Die Schweizerin dominierte die Partie und hätte deutlicher gewinnen müssen. Im ersten Satz verspielte sie aber eine 4:0-Führung und drei Satzbälle bei eigenem Aufschlag (bei 5:4), ehe sie sich im Tiebreak durchsetzte. Den zweiten Satz gewann Oprandi nach einem 0:2-Rückstand 6:4; nach 96 Minuten verwertete sie den ersten Matchball. «Ich denke, dass der gute Start wichtig war. Dank dem guten Beginn behielt ich die Nase vorne, selbst als sie plötzlich besser spielte.»

Illusionen macht sich Oprandi für die Fortsetzung des Turniers aber keine. Gegen Viktoria Asarenka, die Gewinnerin des Australian Open, benötigt sie am Donnerstag mehr als ein Wunder. «Wir werden hoffentlich auf einem Platz mit grossen Tribünen spielen, und es dürfte ein cooles Spiel werden», sagt Oprandi. «Aber eine etwas weniger starke Gesetzte wäre mir sicher lieber gewesen.» (si)

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