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Unabhängig, aber schnell im Urteil über Mörgeli

Der Präsident der Unabhängigen Beschwerde-stelle für Radio und Fernsehen gibt zu, im Fall des SVP-Politikers befangen zu sein. Er hatte sich über Twitter wertend geäussert.

Etwas gar schnell hat sich Roger Blum eine Meinung zur neusten Causa Mörgeli gemacht: Am Tag nach der «Rundschau»-Sendung veröffentlichte der Präsident der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) seine Kürzestanalyse über den Kurzmitteilungskanal Twitter, über den wegen unbedachter Äusserungen schon mehrere Politiker gestolpert sind. «Im Vergleich zu den von Mörgeli betreuten Dissertationen ist der Fall Schavan ein Klacks», twitterte Blum. «Die Universität Zürich ist jetzt echt gefordert.»

Die deutsche Wissenschaftsministerin Annette Schavan trat zurück, weil sie in ihrer Promotionsarbeit plagiiert hatte. Blum stellte Christoph Mörgeli damit in dieselbe Ecke, da die «Rundschau» in der «Doktoren-Affäre» von «abschreiben» gesprochen hatte und «plagiieren» insinuierte. Tatsächlich drehte sich der Vorwurf aber um «transkribieren», also um das Entziffern und Übersetzen von alten Texten. Mörgeli forderte gestern an der von ihm einberufenen Pressekonferenz, dass Roger Blum vom UBI-Amt zurücktreten müsse, weil er seine Unabhängigkeit verloren habe.

Dies kommt für Blum nicht in Frage. Er sei Medienwissenschaftler. «Es ist mein Job, mich mit dem Journalismus kritisch auseinanderzusetzen – und diesen auch zu kommentieren», sagte er ge­gen­über «Blick Online». Sollte Christoph Mörgeli seine beim Ombudsmann eingereichten Beschwerden zu einem späteren Zeitpunkt an die UBI weiterziehen, werde er aber als Präsident in den Ausstand treten. Wie er auf Twitter verlauten liess, stehe dieser Entscheid schon seit mehreren Tagen fest. «Das ist die Regel bei Befangenheit.»

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