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Unerfahrenheit als Herausforderung

Rapperswil-Jona hat seine Verjüngungskur mit voller Konsequenz weitergezogen. Lakers-Trainer Anders Eldebrink steigt mit einem Team in die Saison, das im Schnitt zweieinhalb Jahre jünger ist als jenes vor Jahresfrist.

Irgendwann hatte Anders Eldebrink genug. Genug von Spielern, die zwar über Routine und einen Leistungsausweis verfügten, die aber offensichtlich nicht mehr gewillt waren, sich mit letzter Konsequenz für den Erfolg des Teams einzusetzen. Der Schwede kam nach nur einer Saison als Head­coach der Lakers zum Schluss, dass die Zeit reif für einen Strategiewechsel ist. Statt auf «Stars» zu setzen, die ihre besten Zeiten hinter sich haben, sollten künftig junge, hungrige Talente im Trikot der Lakers auflaufen. Schnell hatte er die Verantwortlichen des Vereins, allen voran an Sportchef Harry Rogenmoser, von seiner Idee überzeugt und bereits im vergangenen Winter wurde klar, in welche Richtung es bei den Lakers künftig gehen sollte.

Mit Robbie Earl, Loïc Burkhalter, Duri Camichel und Franco Collenberg wurden noch während der Saison ohne Rücksicht auf finanzielle Konsequenzen «Hochkaräter» aussortiert. Die entstandenen Lücken füllten die St. Galler mit Spielern wie Remo Heitzmann (Jahrgang 1993), Dan Weisskopf (1989) und Rajan Sataric (1992).

Nachwuchstalente geholt

Auf die heute Abend mit dem Auswärtsspiel gegen die ZSC Lions beginnende Saison 2014/15 hin, wurde der eingeschlagene Weg konsequent weiterbeschritten. Heitzmann, Weisskopf und Sataric erhielten neue Verträge, dazu wurden mit Christopher Ba­gnoud, Daniel Eigenmann, Cédric Hächler, Patrick Obrist, Marco Pedretti, Tim Wolf und den Brüdern Flavio und Reto Schmutz hoffnungsvolle Nachwuchstalente verpflichtet.

Die Ausnahme bilden die beiden Schweden Johan Fransson und Mikael Johansson. Der Verteidiger und der Spielmacher sollen zusammen mit den anderen Ausländern Derrick Walser, Niklas Persson, Nicklas Danielsson sowie den Schweizern Stefan Hürlimann, Antonio Rizzello und Cyrill Geyer das Gerüst des Teams bilden. Von ihnen erwartet Eldebrink viel: «Diese Spieler sind nun gefordert. Sie müssen den Jungen den Weg zeigen – und die Jungen müssen ihnen folgen.»

«Weniger als 150 Gegentore»

Dass der eingeschlagene Weg kein einfacher wird, dürfte kaum einer besser wissen als Eldebrink. «Auf uns alle wartet eine riesengrosse Herausforderung», ist sich der 53-Jährige bewusst. Und so fällt es ihm denn auch nicht leicht, ein Saisonziel zu formulieren. Wohl im Bewusstsein, dass die Playoffs wiederum ausser Reichweite liegen, sagt Eldebrink: «Wir hoffen, dass wir möglichst lange um die Playoff-Teilnahme kämpfen können. Zudem möchte ich, dass wir in den 50 Qualifikationsspielen maximal 150 Gegentore kassieren.» Im Vergleich mit den letzten beiden Jahren wäre dies eine Reduktion um 50 und mehr Gegentreffer – und gemäss Eldebrink «ein erster Schritt in die richtige Richtung».

Nur schon um diese, nicht gerade ambitiöse, Vorgabe zu erfüllen, muss bei den St. Gallern in den nächsten Monaten sehr vieles sehr gut laufen. Sollten jedoch die Ausländer die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die Schweizer Leader ihre Rolle nicht wahrnehmen und die jungen Talente dem Druck nicht standhalten, droht eine weitere Saison voller Enttäuschungen.

Martin Müller

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