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Unia beklagt Dumpinglöhne an Bahnhofstrasse

Die Gewerkschaft Unia fordert Lohnnachzahlungen für spanische Arbeiter auf der Baustelle für das neue Zara- Geschäft an der Bahnhofstrasse.

Die Liegenschaft Bahnhofstrasse 66 in Zürich, das frühere «Bally-Haus», ist eine Grossbaustelle. Der spanische Kleiderkonzern Zara wird hier seinen neuen Zürcher Flagship-Store eröffnen. Nun ist die Baustelle ins Visier der Gewerkschaft Unia geraten. Teils würden Tiefstlöhne von 900 bis 2000 Euro (1100 bis 2400 Franken) bezahlt, teilte die Gewerkschaft gestern mit. Wobei die Arbeiter an sechs Tagen pro Woche bis zu 60 Arbeitsstunden leisteten. Die Betroffenen seien Angestellte diverser spanischer Firmen, sagt Unia-Sprecher Lorenz Keller. Als sogenannt entsandte Arbeitskräfte unterstehen sie den schweizerischen Gesamtarbeitsverträgen (GAV), die für ihre jeweilige Branche gelten. Im vorliegenden Fall müssten die Löhne gemäss Keller vier- bis fünfmal höher sein. Ultimatum gesetzt Auf der Baustelle herrsche ein Kommen und Gehen, sagt Keller. Einige Dutzend Personen seien mit dem Umbau beschäftigt. Was die zu tiefen Lohnzahlungen angeht, verweist Keller auf übereinstimmende Aussagen von Arbeitern. Teils verfüge man auch über Lohnausweise, um die Vorwürfe zu belegen. Die Unia fordert nun von den Bauherrschaften, bis Samstagabend die bisher geleistete Lohnzahlungen zu belegen und die Differenzen nachzuzahlen. Zara weist die Vorwürfe zurück und teilt mit, dass sie die von der Gewerkschaft geforderten Belege in Kürze liefern will. Die Liegenschaft gehört der PSP Swiss Property AG. Unternehmenssprecher Vasco Cecchini erklärt, dass PSP lediglich die Bauherrschaft für die Renovation der Fassaden innehabe. Man habe keine Anzeichen, dass die hierfür beauftragten Firmen einen GAV verletzten. Den Innenausbau nimmt Zara in Eigenregie vor. Das Geschäft an der Bahnhofstrasse wird der zweite Zürcher Standort der spanischen Modekette sein. Der Zara-Standort im Jelmoli-Haus an der Seidenstrasse bleibt erhalten. Im Gebäude an der Bahnhofstrasse war zuvor das Unternehmen Bally beheimatet. (tma)

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