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Universität Zürich rüttelt nicht an der Lateinpflicht

Wer in Zürich Englisch, Philosophie oder Kunstgeschichte studieren will, muss auch künftig Lateinkenntnisse haben. Der Antrag auf Abschaffung dieser Pflicht wurde gestern abgelehnt.

Das Lateinobligatorium an der Universität Zürich wird nicht gelockert. Die Versammlung der Philosophischen Fakultät hat gestern Nachmittag entsprechende Vorstösse der drei Fachrichtungen Philosophie, Englisch und Kunstgeschichte abgelehnt. Das Plenum habe sich mit einer «komfortablen Mehrheit» dafür ausgesprochen, beim Status quo zu bleiben, sagte Dekan Peter Fröhlicher auf Anfrage. Dies bedeutet, dass in besagten Fächern weiterhin nur jene studieren dürfen, die Lateinkenntnisse vorweisen können.

Die drei betroffenen Institute hatten zuvor argumentiert, die Latinumspflicht schrecke Studierende ab (Ausgabe von gestern). Fakt ist: Die Universität Zürich verlangt für deutlich mehr Fächer Latein als andere Universitäten in der Schweiz und im Ausland. Befragungen hätten ergeben, dass viele Studierende ohne Latinum sich deswegen für einen anderen Studienort entschieden, sagten die Antragsteller. Die Aufhebung des Lateinobligatoriums hätte ihre Fächer im Wettbewerb um die Studierenden attraktiver machen sollen.

Ausscheren nicht erwünscht

Für die meisten Professorinnen und Professoren überwog aber das Argument der Einheitlichkeit. «Es geht darum, Zusammenspiel und Kombinierbarkeit der Fächer zu bewahren. Die Mehrheit der Versammlung fand es nicht wünschenswert, dass einzelne Studienrichtungen ausscheren», so Fröhlicher.

Eine Lockerung der Lateinpflicht an der Philosophischen Fakultät ist damit vorerst vom Tisch. Allerdings hat die Versammlung gestern ebenfalls beschlossen, eine Kommission einzusetzen, die sich mit der Frage beschäftigen soll, was für sprachliche Fähigkeiten die Studierenden mitbringen müssen. Dabei geht es laut Fröhlicher nicht nur ums Latein, sondern allgemein um die Studierfähigkeit. Wer in der Kommission sitzen und in welche Richtung diese arbeiten wird, sei aber noch offen. (awe)

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